GANDERKESEE - GANDERKESEE - Jeden Morgen und Mittag das gleiche Spiel vor den Kindergärten und Grundschulen: Die „Mama-Taxis“ drängeln sich auf den wenigen Stellflächen und sorgen für ein ziemliches Durcheinander beim Halten und Parken. Für die jungen Mitfahrer bedeutet das in der Regel, behütet, sicher und trocken den Weg zu absolvieren. Dagegen setzen jetzt die Agenda-Gruppe „Fairkehr“ und die Gemeinde gemeinsam ein Zeichen: „Ich gehe gern zu Fuß zur Schule/zum Kindergarten“ heißt es bis zum Sommer an zwei Grundschulen und zwei Kindergärten im Ganderkeseer Ortskern.
Die Beseitigung des Verkehrschaos ist dabei für die Initiatoren von Fairkehr, Elke Mestemacher und Helga Brandes, nur ein Randaspekt. Vielmehr geht es ihnen um die Mädchen und Jungen. Zu Fuß, per Rad oder per Roller bei jedem Wetter – das stärke die Gesundheit, vermittele ein Gefühl für die eigene Umgebung und sorge für sicheres Verhalten im Straßenverkehr, zeigte sich Elke Mestemacher überzeugt. Weitere Vorteile des selbst bewältigten Schulweges: Beim gemeinsamen Gang werde der Gesprächsbedarf bis zum Beginn des Unterrichts weitgehend gedeckt, und der Bewegungsdrang sei danach nicht mehr so stark, so dass die Kinder ruhiger den Unterricht verfolgen könnten. Und noch ein Pluspunkt aus Sicht der „Fairkehr“-Gruppe: Auf dem Schulweg könnten sich die Freunde schon untereinander austauschen und so ihre sozialen Fähigkeiten entwickeln.
Die Aktion startete gestern bereits an der Grundschule Lange Straße unter dem Slogan „Fit mit jedem Schritt“. Lehrer Helmut Grigoleit dazu: „Wir möchten ganz bewusst, dass auf das Mama-Taxi verzichtet wird.“ In einem Elternbrief hat die Schule im Vorfeld für den Beitrag zur Mobilität der Kinder, aber auch zur Umwelt und Gesundheit geworben.
Auch die Buskinder sind bei der Aktion gefragt. Sie können zu Fuß zur Haltestelle und zusätzlich in der Schule ihren Bewegungsmangel ausgleichen. Zweimal täglich gibt es über Lautsprecher Musikeinblendungen als Animation zu Fitnesstänzen. Für gelaufene Strecken erhalten die Kinder Stempel und nach der Woche eine kleine Belohnung. Grigoleits Einschätzung: „Die Kinder laufen gerne.“
Die Aktion geht Ende Mai weiter an der Grundschule Dürerstraße. Hier sind unter anderem Elternhaltestellen vorgesehen, und die Kinder zählen ihre gelaufenen Meter auf dem Schulweg.
