GANDERKESEE - In leuchtendem Orange werden die Ganderkeseer Grundschüler am Montagmorgen zu Fuß und in Kleingruppen in Richtung Lange Straße bzw. Dürerstraße „pilgern“ – das wünschen sich jedenfalls die Kollegien, die Polizei und die Fördervereine der beiden Schulen. Im Vorgriff auf den jährlich am 22. September stattfindenden bundesweiten Aktionstag „Zu Fuß zur Schule“ wurden am Freitag in einer gemeinsamen Aktion an alle Erstklässler reflektierende Warnwesten verteilt, die Polizeikommissar Martin Klinger mitgebracht hatte.
Die Schulanfänger sind der dritte Jahrgang, der sich dank der dieses Mal von „zwei Ganderkeseer Politikern“ (Klinger) gesponserten Westen etwas gefahrloser auf den Schulweg begeben kann. Die Aktion bietet damit eine sinnvolle Ergänzung zum Schulexpress, der seit 2006 über Ganderkeseer Straßen „fährt“. Die Idee: Die Grundschüler sammeln sich an einem der mit blauen Schildern markierten Treffpunkte und legen den restlichen Weg in Kleingruppen zu Fuß oder mit dem Rad zurück. Bis zum Treffpunkt begleiten die Eltern ihre Kinder, danach sollen sie selbstständig weitergehen.
Die Aktion erfüllt einen mehrfachen Nutzen: Zum einen kommen die Kinder sauerstoffgestärkt in der Schule an, das Gedränge der „Elterntaxis“ vor den Schulen wird vermieden und die Eltern können ihr Kind etwas beruhigter gehen lassen, als wenn es allein unterwegs wäre, zum anderen werden Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit gefördert.
An der Grundschule Lange Straße wurde der vorgezogene Aktionstag gleich noch zu einer Gewichtsüberprüfung der Schulranzen genutzt. Die Ergebnis war deutlich: Beinahe jeder der kontrollierten Erst- und Zweitklässler war „überladen“. Tragbar seien für Kinder zehn Prozent des eigenen Körpergewichts, wie Rike Hollmann und Elke Mehner vom Förderverein der Schule berichteten. Von den mitgebrachten grünen Zetteln, die ein akzeptables Ranzengewicht bescheinigen sollten, konnten die beiden Vorsitzenden einen Großteil wieder mitnehmen, während die roten vorzeitig ausgingen.
„Schon die leeren Ranzen sind schwer“, weiß Rike Hollmann. Dies gelte insbesondere für die preisgünstigeren Modelle. Mit der Zuladung von (gefüllter) Trinkflasche und diversen Sammelmappen werde die Drei-Kilo-Grenze schnell erreicht. Hollmann empfahl, den Ranzeninhalt sorgfältig zu prüfen und die Trinkflasche möglichst erst in der Schule aufzufüllen.
