GANDERKESEE - In der Raucherecke wurden an diesem Tag leckere Waffeln gebacken. Ein erstmals gezeigter Film der Klasse 9b thematisierte die vermeintlichen Vorzüge des Rauchens.

Von Christian Bartsch

GANDERKESEE - Es waren deutliche „Rauchzeichen“, die einige Schüler gestern beim freiwilligen Test ihrer Atemluft erhielten: Während Nichtraucher nach dem kräftigen Pusten in das Messgerät einen Wert von 0 bis 0,1 erzielten, war der Kohlenmonoxid-Gehalt bei Rauchern – je nach Intensität des Konsums – deutlich höher. „Unsere Aktionstage zu diesem Thema nennen wir Rauchzeichen, weil wir den Schülern mit ihnen halbjährlich ins Bewusstsein rufen, dass wir eine rauchfreie Schule sind“, erläutert Stefan Ploch, Konrektor der Schule am Habbrügger Weg. Seit genau drei Jahren herrscht striktes Rauchverbot auf dem Schulgelände und auch die Lehrer und Angestellten sowie Besucher halten sich daran. „Das gesamte Kollegium setzt das vorbildlich um“, schildert Ploch.

Neben dem Atemlufttest konnten die Schüler gestern zu verschiedenen Themen arbeiten und Angebote wahrnehmen: So gab es einen Fitness-Test in der Sporthalle und Einheiten zum Umgang mit Gefühlen. Ein anderes Angebot stand unter dem Motto „Sport ist ‘ne schöne Sucht“. Erstmals gezeigt wurde zudem ein von der Klasse 9b konzipierter und erstellter Film mit dem Titel „No smoking“, in dem die Schüler die vermeintlichen Vorteile, die das Rauchen mit sich bringt, thematisieren. Frische Waffeln gab es auch, sie wurden dort angeboten, wo sonst Rauchertreffs sind. Hier lautete an diesem Tag das Motto „Guter Duft in sonst stinkenden Ecken“.

„Wir sind derzeit auf einem guten Weg, würden uns aber natürlich wünschen, dass sich irgendwann das gesamte Schulzentrum an dieser Aktion beteiligt“, formulierte Ploch die mittelfristig von der Schule verfolgte Zielsetzung. Im Moment komme es häufiger vor, dass Schüler der verschiedenen Schulformen auf dem Pausenhof ungleich behandelt würden, „einfach weil für sie unterschiedliche Regeln gelten“.

Man sei zwar sowohl auf Schulleiterebene als auch in den verschiedenen Kollegien in Gesprächen über eine mögliche Ausweitung der Aktion – habe aber noch kein Ergebnis erzielt.

„Einer der wichtigsten Schritte wäre natürlich, dass sich alle anderen Kollegien auch dazu entschließen, nicht mehr auf dem Schulgelände zu rauchen“, so Ploch. „Das ist für die Schüler einer der wichtigsten Punkte, um sich auf die rauchfreie Schule einzulassen.“