GANDERKESEE - Schule und Jugend sind künftig Chefsache. Die Fachbereichsleitung Zentrale Dienste wird nicht wieder besetzt.

von daniela greulich

GANDERKESEE - In das Bürgermeisterzimmer zieht die neue Amtsinhaberin Alice Gerken-Klaas erst nächste Woche ein – nicht einmal die Umzugskartons hat sie bisher gepackt. Doch die Arbeit hat die 42-jährige Nachfolgerin von Gerold Sprung bereits aufgenommen. So kündigt sie strukturelle und personelle Veränderungen in der Gemeindeverwaltung an. Das „Rathausschiff“ werde nicht generell einen neuen Kurs nehmen, sagte sie gestern. „Doch auf der Brücke steht jetzt eine Frau.“

Ihr alter Posten als Leiterin des Fachbereichs 1 (Zentrale Dienste, Schulen) wird zunächst nicht wieder besetzt. Die Aufgaben teilt sich Gerken-Klaas mit dem Ersten Gemeinderat Rainer Lange. Sie hoffe, dass dies zeitlich möglich sei, sagte die Bürgermeisterin. Alle Kollegen des Fachbereichs seien sehr motiviert, so könne man mit dem Modell „einen ganz neuen Weg beschreiten“. Zudem würden Personalkosten gespart.

Der Bereich Jugend und Sport – bislang im Fachbereich „Gesellschaft und Soziales“ angesiedelt – wandert zusätzlich in den Fachbereich I, da Gerken-Klaas die Themen Schule und Jugend zusammenfassen und in ihrem Aufgabenbereich sehen möchte. „Da gibt es viele Schnittstellen“, sagte sie.

Zu Veränderungen kommt es auch im Sekretariat der Bürgermeisterin. Petra Heilmann wechselt von dort in den Fachbereich „Gesellschaft und Soziales“, wo sie sich vor allem dem Bereich Kindertagesstätten sowie der Städtepartnerschaften und Ehrungen annehmen wird.

Am zweiten Schreibtisch im Bürgermeistervorzimmer arbeitet neben Iris Hentemann künftig Claudia Walters, die bislang im Gebäudeservice tätig war. Walters ist eine Teilzeitkraft, künfig soll das Büro mit anderthalb Planstellen gemanagt werden.

Im Mittelpunkt steht für Gerken-Klaas momentan die Vorbereitung der konstituierenden Ratssitzung, die für den 9. November angesetzt ist. „Das ist sehr zeitaufwendig.“. Für die Sitzungsperiode arbeite sie sich darüber hinaus in neue Themen ein. „Sehr optimistisch“ ist die Bürgermeisterin für ein weiteres Projekt: Bis Anfang Dezember will sie gemeinsam mit Lange den Haushaltsplanentwurf vorlegen.

Für die nächsten Wochen hat sich Gerken-Klaas auch vorgenommen, zwei Wahlkampf-Versprechen umzusetzen. Eines ist die Schaffung einer familienfreundlichen Gemeinde – zunächst soll nun geprüft werden, ob die Öffnungszeiten der Kindertagesstätten flexibler gestaltet werden können. Außerdem soll den Wünschen der Jugendlichen mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden.

„Ich kann mit jeder Konstellation gut zusammenarbeiten“, sagte Gerken-Klaas zur künftigen Ratsarbeit. Es sei spannender mit wechselnden Mehrheiten, auch wenn es mit großen Mehrheiten einfacher sei. Sie habe sich schon bei den – letztlich gescheiterten – Gesprächen zur Bildung einer „Jamaika“-Koalition herausgehalten, um zu signalisieren, dass sie unabhängig sei. „Daran werde ich gemessen.“

„Ich habe ein gutes Rathausteam“, sagte Gerken-Klaas. So setze sie darauf, vieles umzusetzen. Mit ihrem Vertreter Rainer Lange will sie vieles gemeinsam angehen. „Aber ich darf auch nicht zu viele Fässer aufmachen, sonst verzettele ich mich.“