GANDERKESEE - Nach zweistündiger Diskussion war sich der Schulausschuss am Mittwochabend weitestgehend in dem Wunsch einig, dass die Gemeinde Ganderkesee Standort einer Integrierte Gesamtschule (IGS) werden soll. Lediglich die beiden FDP-Vertreterinnen stimmten dagegen, weil aus ihrer Sicht nicht genügend Schüler vorhanden sind, um über die IGS in Wardenburg hinaus, die mit dem kommenden Schuljahr ihren Betrieb aufnimmt, eine weitere Gesamtschule im Landkreis betreiben zu können.
Regierungsschuldirektor Klaus Kapell hatte in der Sitzung mit aller Deutlichkeit darauf hingewiesen, dass angesichts rückläufiger Schülerzahlen „ein zusätzliches Schulangebot ohne Einschnitte in die bisherige Struktur“ nicht möglich sei. Aus diesem Grund wäre eine „Gesamtschau“ der Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche im Landkreis wünschenswert. Wie drastisch der Schülerrückgang ausfällt, verdeutlichte Kapell mit dem Hinweis, dass die IGS in Wardenburg, für die es momentan mehr Anmeldungen als Plätze gibt, ab 2016 nur noch dann existenzfähig sei, wenn auch Schüler aus Ganderkesee und Hude unterrichtet werden.
Der Ausschuss wollte angesichts des eindeutigen Votums der Gemeindeelternräte aus Ganderkesee und Hude für eine zweite IGS im nördlichen Teil des Landkreises ein deutliches Signal setzen und den Landkreis als Schulträger mit seinem Beschluss dazu bringen, die Realisierungsmöglichkeit einer weiteren Gesamtschule zu prüfen.
Dass als Standort nur Bookholzberg in Frage komme, sei offen, meinte Kapell. Es sei durchaus auch möglich, ein Gymnasium in eine IGS umzuwandeln. „Dabei könnte man Millionen sparen.“ Und beim Standort Bookholzberg sei zu bedenken, dass es dort erste Ansätze gebe, Haupt- und Realschule organisatorisch zusammenzufassen. Dieses Projekt sei wenig erfolgversprechend, wenn die Schule in einigen Jahren einer IGS weichen müsse.
Um allen Schülerinnen und Schülern aus der Landkreis die Möglichkeit zu geben, eine IGS zu besuchen, folgte der Ausschuss dem FDP-Antrag, die Schuleinzugsbereiche für alle Schulen mit gymnasialem Angebot ab fünfter Klasse im Landkreis aufzuheben.
