GANDERKESEE - Bele will unbedingt auf den Arm von Svenja Eilers. Bereitwillig nimmt sie die Einjährige auf ihren Schoß. Diese bedankt sich mit einem Lächeln. „Das ist das schöne an diesem Job, die Kinder sind klasse“, sagt Svenja Eilers. Sie ist seit 2008 als Tagesmutter tätig, hat zuvor einen Qualifizierungskursus der regioVHS Ganderkesee/Hude absolviert. Die 30-Jährige betreut zu ihren drei eigenen Kindern derzeit noch vier zusätzliche. Bis zu sieben kleine Racker tummeln sich manchmal in dem Haus.
Der Bedarf an Tagesmüttern wächst von Jahr zu Jahr, sagt Barbara Kramer vom Familien- und Kinderservicebüro des Landkreises. Schließlich sei Tagespflege eine gute Alternative zu Kindergarten oder Krippe. Daher startet im September ein neuer Kurs zur Ausbildung von Kindertagespflegepersonen. „Da können auch Männer mitmachen. Im ganzen Landkreis haben wir derzeit aber nur zwei Tagesväter“, sagt Kramer.
Doch wie kommt man eigentlich dazu, Tagesmutter zu werden? „Ich kann gut mit Kindern, und Freunde haben mir empfohlen, diese Ausbildung zu machen“, erzählt Eilers. „Ohne geht es nicht“, erklärt Barbara Kramer. „Mitarbeiter des Jugendamtes schauen sich die Wohnverhältnisse an, bevor die Pflegeerlaubnis erteilt wird. So lernen wir auch die Pflegeeltern kennen.“ Das hilft wiederum bei der Vergabe von Plätzen. „Wer einen Platz für sein Kind sucht, kann sich an uns wenden, wir vermitteln dann. Jeder hat verschiedene Vorstellungen, wo sein Kind hin soll. Manche mögen gerne Haustiere, andere schließen das aus. Der persönliche Kontakt ist sehr wichtig.“ Bis zum vollendeten 14. Lebensjahr dürfen Kinder von Tagesmüttern betreut werden. Wann es losgeht, entscheiden die Eltern. Svenja Eilers: „Ich hatte auch schon eine Anfrage für ein zwei Monate junges Baby.“
Zum Auftakt des Herbstsemesters bietet die regioVHS zwei Qualifizierungskurse für Tagesmütter oder -väter an. Der erste beginnt Mittwoch, 14. September, 18.30 Uhr, und umfasst 16 Abende sowie drei Tage. Der zweite beginnt Montag, 17. Oktober, 10 Uhr, und geht über zehn Tage.
