GANDERKESEE - Blumenfee und Stoffkönigin, Magier und Papiertiger – an Fantasie mangelte es den Modeschöpfern der Katenkamp-Schule nicht. Unterstützt von 24 Neuntklässlern des Gymnasiums Ganderkesee stellten elf Schüler der Tagesbildungseinrichtung für Menschen mit Förderbedarf im Schwerpunkt Geistige Entwicklung nicht nur ausgefallene Mode her, sie präsentierten sie ihren Mitschülern in der Pestalozzistraße auch gleich. Dabei hatten die Schüler gerade einmal drei Stunden Zeit, Gruppen zu bilden, Kostüme zu entwerfen und zu schneidern und eine kurze Stellprobe durchzuführen. Als Material dienten Haushaltsgegenständen wie Gardinen, Müllsäcke und Handtücher, aber auch Blumen und Grün.

Mit der Modenschau haben das Gymnasium und die Katenkamp-Schule ihre vor einem Jahr begonnene Kooperation intensiviert. Entstanden war diese in einer Projektwoche des Gymnasiums. Ulf Langheim, Klassenlehrer der 9m, hatte seinerzeit Reiner Duzat, Leiter der Katenkamp-Schule, angesprochen. Was folgte, waren gegenseitige Besuche kleinerer Schülergruppen. „Mir fehlte aber das Miteinander, der Kontakt“, meinte Langheim jetzt. Als im Religionsunterricht das Thema „Menschen mit Behinderung“ anstand, entstand die Idee, mit der gesamten Klasse ein Projekt durchzuführen.

„Kinder mit Behinderungen besser kennenlernen“, stand für die 15-jährige Gymnasiastin Lea im Vordergrund des Projektes. Und das ist gelungen: „Es war schön, mit den Kindern was zu machen.“ Das fand auch der zwölfjährige Jan. Der Katenkamp-Schüler stand als Magier und „mit ein bisschen Kribbeln im Bauch“ auf dem Laufsteg. Für Langheim steht deshalb auch fest: „Die Kooperation wird auf jeden Fall weitergeführt.“