GANDERKESEE - Lob und Tadel warten auf die Schüler, wenn sie an diesem Freitag ihre Zeugnisse nach Hause bringen und ihren Eltern vorzeigen. Auch Erwachsene erinnern sich noch an die unangenehmen Augenblicke, wenn Vater und Mutter die Zeugnisse durchlasen. Einige bekannte Ganderkeseer Gesichter können sich noch sehr gut an ihre miesesten Zeugnisse erinnern. . .
Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas zum Beispiel kann von einem schulischen Tief in der achten und neunten Klasse erzählen. „Ich fand es damals eben wichtiger, mit dem Mofa durch die Gegend zu fahren“, erzählt sie. Aufgerüttelt worden sei sie, als sie in ihrem Halbjahreszeugnis las, dass ihre Versetzung in die nächsthöhere Klasse gefährdet sei. „Gehangen hat es wohl an Mathe und Physik“, sagt Alice Gerken-Klaas. Das seien ihre Schreckensfächer gewesen verrät sie. Die Berufsschule habe sie übrigens mit 1,0 abgeschlossen betont die Bürgermeisterin.
Johannes Knese, Vorsitzender des VfL Stenum, war ebenfalls „versetzungsgefährdet“, wie es schulintern heißt. Da war er zwischen neun und zehn Jahre alt und schuld war eine Krankheit, die er über drei Monate auskurieren musste. Dass er keine Ehrenrunde drehte, lag daran, dass ein Lehrer meinte, der junge Johannes Knese hole den verpassten Lehrstoff schon auf. „Zu meiner Schulzeit hat man allerdings noch nicht so viel Wert auf Noten gelegt, wie das heute der Fall ist“, sagt Knese.
„Relativ unspektakulär“ seien seine Zeugnisse gewesen, erinnert sich Carsten Wichmann, Vorsitzender des Schützenvereins Bürstel-Immer. „Ich bin eigentlich immer ganz gut durchgekommen“, erzählt der Tischlermeister. Es habe weder Ausreißer nach oben, noch nach unten gegeben.
Vage Erinnerung
„Meine schlechteste Note im Zeugnis war wohl eine Vier“, erzählt Pastor Reinhard Arndt. Das liege aber so weit zurück! Er vermute, dass er sie wohl in Mathe bekommen habe. Manche Dinge seiner Schulzeit, würde er heute nicht mehr mitmachen wollen, meint der Pastor, allerdings habe er auch schöne Erinnerungen an diese Zeit. Der Unterricht in Deutsch und Geschichte habe ihn immer interessiert.
Harald Meyer, geschäftsführender Gesellschafter der Meyer Technik Unternehmensgruppe, brachte in Englisch eine Fünf nach Hause. „Das gab einige Diskussionen zu Hause“, erzählt Meyer. Der Misere sei aber mit Nachhilfe beizukommen gewesen, erinnert er sich.
Sprachen fallen schwer
Die englische Sprache machte auch Diana Hettwer, der kommissarischen Schulleiterin der Oberschule Ganderkesee, schwer zu schaffen: In der siebten Klasse bekam sie eine Fünf in dem Fach. „Bevor ich in die siebte Klasse kam, hatte ich Russisch und nicht Englisch in der Schule“, erklärt sie. Die fehlende Zeit habe sie so nicht aufholen können, erzählt die Schulleiterin. Ärger habe sie dafür zu Hause aber keinen bekommen, erinnert sie sich.
Mit Englisch hatte auch Ratsvorsitzender Gerd Brand seine liebe Not: Er musste seinen Eltern ebenfalls einen Fünfer in dem Fach präsentieren. „Das hat meine Ferienplanung umgeworfen“, erzählt Brand. Seine Eltern drängten ihn zum Lernen – „Und ich bin ihnen noch heute dankbar dafür“, so Brand.
