GANDERKESEE - Kurzfristig, so versichert Joachim Hüneberg, bleibe alles beim Alten. Soll heißen: Auch nach dem 1. November, ab dem Hüneberg Leiter einer dann organisatorisch zusammengeschlossenen Einrichtung aus Hauptschule und Realschule ist, werden die Lehrer überwiegend in ihrer bisherigen Schule ihre bisherigen Schüler unterrichten.
Mittel- und langfristig aber weiß Hüneberg: „Die Schüler werden nicht anders, wenn wir zwei Schulen zusammenlegen.“ Deshalb stelle sich auch die Frage nach einem neuen pädagogischen Konzept für die derzeit noch namenlose (ein solcher soll gemeinsam gefunden werden, Arbeitstitel könne „Reformschule“ sein, so Hüneberg) Schule mit dann 620 Schülern und rund 50 Lehrern. „Es muss eine Antwort gegeben werden, wie es mit der Hauptschule weitergeht.“ Gesprochen werden müsse nicht allein über Strukturen, sondern auch über Inhalte. Neben dem Gymnasium müsse „ein zweites System entwickelt werden, das ebenso attraktiv ist“. Oder aus Sicht der Schüler: „Schule soll noch mehr Spaß machen“.
Und die beiden Schulen haben sich auf den Weg gemacht; allen voran Hüneberg und seine neue Konrektorin Diana Hettwer. Die 31-Jährige ist nach fünf Jahren in Achim nach Ganderkesee gewechselt. Ein zweiter Konrektor wird noch gesucht. Hauptschulleiter Burkhard Lindner steht aus „privaten Gründen nicht zur Verfügung“ und wird die Schule verlassen.
Mitgenommen werden in die neue Richtung sollen vor allem auch Schüler, Eltern und das Lehrerkollegium, betont Hüneberg. Und auch eine externe Begleitung durch Schulentwicklungsberater ist beantragt. Denn: „Wo Veränderungen sind, sind auch Ängste. Und die nehmen wir ernst. Was überzeugt, ist das gute Beispiel.“
Und auf der Suche nach solchen ist die Schulleitung derzeit. So steht eine Fahrt von Schulleitern aus dem Landkreis und Regierungsschuldirektor Klaus Kapell nach Weimar und Jena bevor. In Thüringen wolle man sich ein Bild machen von Jena-Plan-Schulen (s. Kasten). Mehr als 100 Schulen arbeiteten bundesweit nach den reformpädagogischen Überlegungen von Peter Petersen. Auch in den Niederlanden, wo viele Schulen sehr handlungsorientiert arbeiteten, will man sich noch Anregungen holen.
Ganz konkret stehen am Steinacker aber erst einmal kleinere Umbauten und Umzüge an: So zieht die Sekretärin der Hauptschule zu der Realschul-Kollegin ins Erdgeschoss, die Realschullehrer im Gegenzug ein Stockwerk höher, wo ein großes Lehrerzimmer entsteht. Dann müssen noch eine gemeinsame Schulordnung erstellt und alle Gremien neu gewählt werden.
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