Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Bildung Sonder-Lob für „Sonder-Meyer“

GANDERKESEE - Unbeteiligte konnten schon mal den Überblick verlieren: Im Jahr des 40-jährigen Bestehens wurde am Donnerstag die „Chronik 1965 bis 1995 – Schule am Habbrügger Weg“ vorgestellt. Und als Schulleiter Werner Köhler das 244 Seiten starke Werk seines Vorgängers Adolf Meyer und des langjährigen Lehrer der Einrichtung, Tammo Dirks, dann auch noch als „Chronik der ersten 25 Jahre“ vorstellte, war die Verwirrung in der Aula bei einigen Gästen komplett.

Konnten Insider diese Rechnung noch problemlos nachvollziehen, klärte sich all das im Laufe der Festveranstaltung auch für die weniger tief involvierten Besucher auf.

Beginn im Umkleideraum

Meyer – in Kollegenkreisen liebevoll „Sonder-Meyer“ genannt – und Dirks hatten in akribischer Arbeit die Zeit von den ersten Überlegungen zur Gründung einer Schule 1965 über deren Anfänge 1967 im Umkleideraum der Volksschule Lange Straße und dem Bezug des Schulgebäudes am Habbrügger Weg 1970 aufgearbeitet – deshalb 40-jähriges Bestehen (im Gebäude) und 25 Jahre bis zu Meyers Pensionierung 1995 und damit dem (vorläufigen) Ende der Chronik.

Bei dieser Entwicklung habe Adolf Meyer, so betonte Tammo Dirks, einen Spruch des damaligen Kultusministers Werner Remmers besonders beherzigt: Erlasse als lockere Handlungsanweisungen zu verstehen und sie kreativ auszulegen. Lauter Beifall aus dem Publikum zeugte davon, dass alle dies so sehen und anerkennen. Praktische Beispiele aus den frühen Siebzigern dafür sind Tennis auf dem Stundenplan und Säuglingspflege als Unterrichtsfach. Gefordert war seinerzeit ein Mehr an Praxis. Beispiele, die zeigen, dass Chroniken nicht trocken sein müssen.

Dass diese sogar zum Bestseller taugt, glaubt Dr. Peter Wachtel. Der Ministerialrat im Kultusministerium sprach über die Entwicklung der Förderschulen. Vor dem Hintergrund der Inklusion, dem gemeinsamen Lernen aller Schüler, stehe die Sonderpädagogik vor einem Wandel. Soll gemeinsamer Unterricht gelingen, müssten die Lehrkräfte in allen Schulen fortgebildet werden. Damit werde im kommenden Frühjahr verstärkt begonnen.

Gewinn für Schüler

„Die Sozialpädagogik ist unverzichtbar“, betonte Wachtel. Die Landesregierung habe auch nicht die Absicht, Förderschulen abzuschaffen. Die Frage sei allerdings, wie dem unterschiedlichen Bedarf von Kindern künftig gerecht werden könne. „Hier hilft eine Chronik, die aufzeigt, wie etwas entstanden ist.“

Herausgegeben wird das Buch, dass in der Einrichtung zu kaufen ist, vom Förderkreis der Schule. Ein etwaiger Gewinn kommt somit den Schülern unmittelbar zugute.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Ins DLV–EM-Team berufen: Talea Prepens

LEICHTATHLETIK DLV nominiert Talea Prepens doch noch für EM

Steffen Szepanski
Cloppenburg
Ziel des Neugeborenenhörscreenings mit angeschlossenem Tracking ist es, schwerhörige Kinder möglichst innerhalb der ersten sechs Lebensmonate zu behandeln – beispielsweise mit einem Cochlea-Implantat.

OLDENBURGER HÖRZENTRUM FORDERT LANDESWEITE UNTERSUCHUNGEN Trotz Anspruchs – 86 Prozent der Babys werden nicht auf Schwerhörigkeit getestet

Anja Biewald
Oldenburg
Michaela Dirks ist Vorsitzende des Vereins Transplant-Kids in Wiesmoor.

TRANSPLANT-KIDS AUS WIESMOOR ÜBER ORGANSPENDEN In Deutschland gibt es im europäischen Vergleich nur wenige Organspender

Katrin Von Harten-Wübbena
Wiesmoor
Interview
Gilt als Kämpferin für Behindertenrechte: die Europa-Abgeordnete Katrin Langensiepen (Grüne) vor dem Werbeplakat „Ein Fest für Europa“ am Kröpke in Hannover

EUROPA-ABGEORDNETE KATRIN LANGENSIEPEN (GRÜNE) Sie kämpft in der EU für die Rechte der Menschen mit Behinderung

Stefan Idel Büro Hannover
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

FUSSBALL IN OSTFRIESLAND Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH

Lars Möller
Emden