GANDERKESEE/BOOKHOLZBERG - 134 Kinder wechseln ans Ganderkeseer Gymnasium. 33 Fünftklässler besuchen die beiden Hauptschulen.
von daniela greulich
GANDERKESEE/BOOKHOLZBERG - Mehr als 300 Mädchen und Jungen aus der Gemeinde machen sich heute letztmalig auf den gewohnten Weg zu ihrer Schule: Mit Beginn der Sommerferien endet für sie ihre Grundschulzeit. Ende August besuchen sie den Unterricht an einer der weiterführenden Schulen.Am häufigsten haben Eltern ihre Kinder für das Ganderkeseer Gymnasium angemeldet: 134 Fünftklässler starten dort in fünf Klassen. Das ist eine Klasse mehr als im vergangenen Schuljahr.
Noch mehr Fünftklässler pauken demnächst Mathe, Englisch und Deutsch an einer Realschule – insgesamt 158 Kinder gehen dort ins fünfte Schuljahr. Allerdings verteilen sich die neuen Realschüler auf die beiden Bildungseinrichtungen in Ganderkesee und Bookholzberg.
Für die Ganderkeseer Realschule liegen 95 Anmeldungen vor, sagte Rektor Joachim Hüneberg. Damit wird die Klassenstufe dreizügig geführt. Etwa jeder sechste der neuen Fünftklässler bringt eine Hauptschulempfehlung mit. Wie jedes Jahr folgten zahlreiche Eltern dieser Empfehlung jedoch nicht.
Die gleiche Beobachtung hat auch Dieter Beckmann, Rektor der Bookholzberger Realschule, gemacht. 20 Prozent der neuen Fünftklässler entschieden sich trotz einer Hauptschulempfehlung für die Realschule. In höheren Jahrgangsstufen zeige sich dann, dass manche Kinder an der Hauptschule „erfolgreicher und lebensfroher“ geworden wären, so Beckmann. Andere besuchen die Realschule trotz Empfehlung nicht. Seit 1979 der Elternwille entscheidend sei, dränge alles zu den Gymnasien. 63 Schüler verteilen sich demnächst auf zwei Klassen. „So große Klassen wie nie zuvor“, bedauert Beckmann.
Die wenigsten Eltern schicken ihre Kinder nach den Sommerferien auf eine Hauptschule. Für die Bildungseinrichtung in Bookholzberg liegen 19 Anmeldungen vor, für die in Ganderkesee 14.
Seit dem Wegfall der Orientierungsstufe beginnt in Bookholzberg jeweils eine fünfte Klasse. Die Tendenz sei allerdings leicht steigend, so Rektor Friedrich Stürzekarn. Vor zwei Jahren gab es nur 13 Fünftklässler, vergangenes Jahr 17. Durch so genannte Rückläufer von anderen Schulformen wird es zum kommenden Schuljahr sogar zwei siebte Klassen mit jeweils 14 Mädchen und Jungen geben.
Negativ ist die Entwicklung an der Ganderkeseer Hauptschule. Begannen im vergangenen Schuljahr noch 31 Kinder, sind es im Herbst lediglich 14. Jahrelang sei Reklame für höherwertige Bildung gemacht worden, sagte Schulleiter Burkhard Lindner. „Das sitzt in den Köpfen der Leute.“ Doch werde dies nicht der Hauptschule zugeordnet. Vielmehr werde die Schulform von allen Seiten kaputtgeredet. Dabei könnten die Schüler auch dort den Realschulabschluss und den erweiterten Realschulabschluss erwerben.
