Ganderkesee - Jetzt war es aber wirklich sein letzter Arbeitstag im Ganderkeseer Rathaus: Nach 50 Jahren im öffentlichen Dienst, die längste Zeit davon als Beamter, wechselt Verwaltungsmitarbeiter Bruno Müller endgültig in den Ruhestand. Eigentlich stand die Pensionierung des heute 67-Jährigen schon 2017 an. Da er seinen großen Erfahrungsschatz – mit reduzierter Stundenzahl – aber gern noch weiterhin einbringen wollte, hängte er gleich noch zwei Jahre als Angestellter dran.
Seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolvierte Bruno Müller von 1969 bis 1971 bei der Stadt Wildeshausen, bei der er anschließend weiterbeschäftigt wurde und die Ausbildung zum Stadtinspektoranwärter anschloss. Von 1977 bis 1987 arbeitete er als Referent beim Niedersächsischen Städtetag, bevor er zur Gemeinde Ganderkesee wechselte.
Dort war Müller zunächst im Ordnungsamt unter anderem für Gewerbeangelegenheiten zuständig. „Das waren Aufgaben, die wir damals als selbstständige Gemeinde neu vom Landkreis übernommen haben“, erinnert er sich. 1991 ging Müller ins Hauptamt, wo er stellvertretender Leiter wurde. Den entscheidenden Schritt vollzog der Beamte dann 1994: den Wechsel ins damalige Bauamt, wo er fortan für die Abteilung „Planung und Umwelt“ verantwortlich war.
„Im Bauamt habe ich meine berufliche Bestimmung gefunden“, sagt Bruno Müller rückblickend. „Wahrscheinlich wollte ich das schon immer machen, es war mir nur lange nicht bewusst.“ 2002 folgte die Beförderung zum Fachdienstleiter „Wohnen, Ortszentren“ (später Bauleit- und Entwicklungsplanung). „Es hat Spaß gemacht, diese Gemeinde zu entwickeln und weiterzubringen. Daran habe ich gerne mitgearbeitet“, sagt Müller.
Seit seiner Pensionierung vor zwei Jahren war der Wildeshauser im Ganderkeseer Rathaus vor allem für Erschließungsverträge und Straßensondernutzungsvereinbarungen zuständig.
Nun wird Müller die zusätzliche Freizeit nutzen um seine Hobbys zu pflegen. Zum Beispiel die Musik: Schon Ende der 60er- bis Mitte der 70er-Jahre war er als DJ aktiv. Nun möchte er Gitarre lernen und sein Schlagzeugspiel auffrischen. Motorradfahrer ist Müller ohnehin schon seit 30 Jahren.
Vermissen werde er vor allem die Kolleginnen und Kollegen im Rathaus, sagte Müller an seinem letzten Arbeitstag. „Der Zusammenhalt war überall sehr gut“, betonte er. „Und ich finde, ich habe den besten Fachdienst gehabt, den man sich vorstellen kann – sowohl fachlich als auch menschlich.“
