Ganderkesee/Delmenhorst - Zeit zum Durchatmen ist rar: Wer einen Angehörigen pflegt, hat zumeist wenig Gelegenheit, sich einmal nur um sich selbst zu kümmern – oder einfach einmal gar nichts zu tun. Unterstützung für pflegende Angehörige und zugleich eine Anlaufstelle für Menschen mit Demenz oder mit Pflegebedarf bieten die Ganderkeseer Malteser in ihrem Domizil an der Robert-Bosch-Straße 2 in Bookhorn.
An zwei Tagen in der Woche, montags von 10 bis 12 Uhr sowie mittwochs von 14 bis 16 Uhr, ist dort für Menschen mit demenziellen Erkrankungen, aber auch für alle anderen Pflegebedürftigen, das Café Malta geöffnet. Ramona Dittmer und Marion Frost, beide sind Schwesternhelferinnen und Betreuungsassistentinnen, kümmern sich ehrenamtlich und mit vielen kreativen Ideen um die Gäste. Sie bieten Gedächtnistraining und Erinnerungsarbeit an, basteln mit den Gästen oder machen Bewegungsangebote.
„Üblicherweise sind die Kunden in dieser Zeit ohne ihre Angehörigen bei uns“, erklärt Heike Walter, Leiterin der sozialen Dienste bei den Maltesern in Ganderkesee und Delmenhorst. In einigen Fällen könne es aber sinnvoll sein, dass die gewohnten Personen anfangs noch dabei sind – etwa im Fall von Trennungsängsten Demenzerkrankter.
Während an den Montagvormittagen Aktivitäten im Fokus stehen, geht es am Mittwochnachmittag im Café Malta etwas ruhiger zu. „Dann wird eher gemütlich zusammengesessen, bei Kaffee und Keksen“, beschreibt Heike Walter das Angebot. Abgerechnet wird die Teilnahme über das Entlastungsentgelt der Pflegekasse. 12,50 Euro pro Stunde erhalten die Malteser, Kekse und Getränke sind inklusive. Falls Kunden nicht gebracht werden können, würde die Hilfsorganisation nach Absprache sogar einen Fahrdienst einrichten.
Heike Walter sieht das Angebot als Vorstufe zur Tagespflege. Doch es sei auch möglich, sowohl das Café Malta als auch eine Tagespflegeeinrichtung zu besuchen, betont sie. Beides werde aus unterschiedlichen Töpfen finanziert. Potenziellen Kunden und ihren Angehörigen empfiehlt Heike Walter, vor der verbindlichen Anmeldung zwei- bis dreimal ins Café Malta hineinzuschnuppern.
Angehörigen steht sie auch über das Café Malta hinaus für Gespräche und eine Beratung zur Verfügung. „Meistens sind sie mit der Diagnose Demenz erst einmal völlig alleingelassen“, ist ihre Erfahrung. Auch für den häuslichen Bereich bieten die Malteser die Entlastung von pflegenden Angehörigen an – etwa dann, wenn Kunden das Haus nicht mehr verlassen können. Auch in diesem Fall greife da Entlastungsentgelt, betont Heike Walter.
Die Malteser möchten noch weitere Ehrenamtliche für die Betreuung von Menschen mit Demenz und Pflegebedarf schulen. 40 Unterrichtseinheiten umfasst die Ausbildung, die an fünf Samstagen stattfindet. Zu erreichen ist Heike Walter in der Malteser-Dienststelle Delmenhorst unter
