GANDERKESEE - Die meisten der 100 Essen täglich gehen an Förderschüler. Das Gymnasium hat Nachholbedarf.

Von Markus Minten

Abwechslungsreiches und ausgewogenes Essen steht bei Ganderkeseer Schülern durchaus hoch im Kurs. Zumindest wenn sie die Schulen am Schulzentrum Ganderkesee besuchen und an der Mensaverpflegung teilnehmen. Im Durchschnitt gut 100 Essen täglich gehen sieben Monate nach der Eröffnung über den Tresen. Aber es sollen noch mehr werden. Gespräche zwischen Schulen, Gemeinde und Betreiber sind geplant. „Wir wollen die Mensa noch attraktiver machen“, kündigt Realschulleiter Joachim Hüneberg an.

Derzeit gibt es noch deutliche Unterschiede bei der schulischen Herkunft der Nutzer. Besonders die Gymnasiasten sind beim Mittagessen unterrepräsentiert. Zwar äußert sich Schulleiterin Dr. Renate Richter zufrieden: „Die neue Mensa hat sich auch bei den Schülern des Gymnasiums einen festen Platz erobert“, teilt sie mit. „Sie nutzen das Angebot und verbringen die Zeit zwischen Vormittags- und Nachmittagsunterricht und den Ganztagsangeboten auch in der Mensa.“

Die Zahlen von Betreiberin Carmen Lüschen vom Altmoorhauser Krug sagen allerdings etwas anderes: „Nur zehn bis zwölf Essen gehen an Schüler des Gymnasiums.“ Und das, obwohl die Schule mit knapp 1000 Schülern die mit Abstand größte ist. Zum Vergleich: Von den knapp 150 Jugendlichen, die die Schule am Habbrügger Weg besuchen, gehen „ziemlich konstant 60 zum Essen“, sagt Konrektor Stefan Ploch.

„Bei uns ist das gemeinsame Mittagessen ein ganz zentraler Punkt.“ Eine vernünftige Ernährung sei sehr wichtig – besonders für die Schüler im Ganztagsbereich. Die können zwischen fünf Mahlzeiten wählen, wobei, so Lü-schen, „Vegetarisch stark im Kommen“ ist. Waren es anfangs ein bis zwei fleischlose Essen täglich, sind es derzeit zehn bis zwölf.

Schüler und Lehrer rückten in der Mensa aber auch zusammen, und viele Kinder bekämen Essen, das sie „in Form und Zubereitung so nicht kannten“. Allerdings verweist Ploch auch darauf, dass sich viele Eltern das regelmäßige Essen trotz günstiger Preise von 1,50 bis maximal 3 Euro nicht leisten könnten.

Auch Hüneberg lobt den verbindenden Charakter der Mensa: „Da sitzen Lehrer bei Schülern in einer netten Atmosphäre.“ Und der Betrieb laufe ohne Aufsicht. Der Rektor wünscht sich, dass viel mehr seiner knapp 500 Realschüler mittags in der Mensa speisen. Derzeit sei das rund die Hälfte der 110 Schüler des Ganztagsbereichs. „Es wäre schön, wenn wir zwei Drittel erreichen würden.“

Wie Hüneberg, wirbt auch Burkhard Lindner bei den Eltern immer wieder für die Mensa – und geht mit gutem Beispiel voran: „Ich esse gerne in der Mensa“. Aber der Hauptschulleiter weiß auch: „Wenn sich einer nur von Fast Food ernährt, kommt er nicht in die Mensa.“

Vielleicht sorgt eine geplante Neuanschaffung ja für noch mehr Andrang: „Wir wünschen uns einen Konvektomaten“, sagt Lüschen. Mit einem solchen Dampf-Backofen könne Pizza vor Ort frisch gebacken werden. Und einmal im Monat könnte es zum Schnitzel daraus auch Pommes geben – deutlich fettärmer als aus einer Fritteuse.