GANDERKESEE - „Eine Ära geht zu Ende. Es kribbelt im Bauch und Herzen und man spürt: Ihr wollt raus hier.“ Am Mittwochmorgen verabschiedete Werner Köhler, Leiter der Förderschule am Habbrügger Weg, 30 seiner langjährigen Schülerinnen und Schüler mit einer großen Entlassungsfeier.
Ein Bild vom Brandenburger Tor und dem Reichstag hing zentral über der Bühne. Aus einer Ecke schaute Eisbär Knut aus Pappe in die Schulaula. Und als Werner Köhler die Festgäste ganz herzlich in Berlin begrüßte, war die Verwirrung perfekt. Das Lehrerkollegium hatte sich zur Verabschiedung der Förderschüler das Motto „Berlin“ ausgedacht, da die frischen Absolventen ihre Klassenfahrt in die deutsche Hauptstadt gemacht hatten und dort untereinander viele Freundschaften knüpfen konnten. „Berlin ist eine spannende Stadt, auch ich habe mich in sie verliebt. Für euch wird sie eine Vision für die Zukunft sein“, sagte Werner Köhler.
Die Klassenlehrer der Abgänger, Maria Hackmann-Reuter, Karl-Heinz Scherer und Stefan Ploch, hatten für ihre Schüler einen höchst individuellen Weg der Verabschiedung gewählt. Mittels einer Powerpoint-Präsentation portraitierten die Lehrer jeden einzelnen ihrer Schüler und fanden ehrliche Worte, die oftmals auch Kritik nicht ausschlossen. Für die Abgänger der Förderschule bedeutet die Übergabe ihres Abschlusszeugnisses den Weg in einen neuen Lebensabschnitt. Manch einer wird ein berufsvorbereitendes Jahr anschließen, andere wiederum haben ihren Vertrag für eine Lehrstelle zum Bäcker oder Landmaschinenschlosser bereits in der Tasche.
Fleiß, Ausdauer und Zuverlässigkeit haben die Förderschüler über die letzten Jahre begleitet. „Doch im Leben lernt man ein Leben lang“, gab Schulleiter Werner Köhler den Absolventen mit auf den Weg. „Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Glück für die Zukunft.“
Auf der Schulentlassungsfeier steuerten auch die unteren Klassen ihren Teil zur Verabschiedung bei. So hatte die Klasse 8 als Straßenkehrer-Gruppe ihren großen Auftritt, als mit Besen und Kehrblech ein Musikstück aufgeführt wurde. Die 9a hatte mit dem Stück „Liebe Mama, lieber Papa“ ein heiteres Element beizusteuern, ebenso wie die Parallelklasse 9b mit der Aufführung „What about your homework?“.
Dankesworte an die Absolventen und Lehrkräfte der Schule gab es von Seiten der Schüler- und der Elternvertreter. Emotional der abschließende Auftritt der Klasse sechs, die die Förderschüler mit einem „Wir sagen euch Tschüss“ in die Unabhängigkeit entließ.
