GANDERKESEE - Erst war die Resonanz auf die Gesamtschul-Diskussion in der Gemeinde Ganderkesee sehr verhalten, doch nachdem die Entscheidung über mögliche Standorte immer näher rückt und Landrat Frank Eger in der Sitzung des Schulausschusses an diesem Donnerstag, 19. Februar, im Kreishaus Position beziehen will, kommt auch in die Diskussion innerhalb der Gemeinde Bewegung.

Die UWG hat am Mittwoch in einer Erklärung deutlich gemacht, dass sie eine IGS innerhalb der Gemeindegrenzen für wünschenswert hält. Und der Sprecher des Schulelternrats der Grundschule Heide, Frank Markmeyer, beklagt, dass die Politik das Votum des Gemeindeelternrates schlicht ignoriert habe. In Grundschulen und Kindergärten sollen nun Unterschriften pro IGS gesammelt werden.

Rund 30 Eltern aus Heide hatten sich am Dienstagabend während einer Zusammenkunft „frei von politischer Einflussnahme“ von „Insidern“ über das Thema Gesamtschule informieren lassen, so Markmeyer. Neben einer Vertreterin des Schulelternrats der IGS Delmenhorst kam auch eine ehemalige Schülerin zu Wort.

Dass sich auf den vorangegangenen Informationsveranstaltungen zum Thema Gesamtschule vergleichsweise wenig Eltern blicken ließen, führt Markmeyer u.a. auf das geschlossene Votum des Gemeindeelternrats zurück, durch das sich viele Erziehungsberechtigte ausreichend vertreten gefühlt hätten. Dass ein Standort in der Gemeinde Ganderkesee trotz dieses einstimmigen Votums der Elternvertretung möglicherweise von vornherein aus dem Rennen ist, weil sich weder die Verwaltung noch mehrheitlich die Politik dafür eingesetzt haben, stieß auf großes Unverständnis, berichtete Markmeyer. Eine alternative Schulform werde von den Eltern anscheinend doch deutlicher gewünscht, als den Politikern bisher bewusst gewesen sei.

Auch UWG-Chef Peter Schierloh ist sich sicher, dass Schüler und Eltern definitiv eine Gesamtschule wollen. „Das wissen wir aus zahlreichen persönlichen Gesprächen.“ Es mache aber keinen Sinn, eine auf örtliche Interessen beschränkte Diskussion zu führen. Die IGS Delmenhorst könne die Nachfrage nicht befriedigen. Das belege, dass Eltern und Schüler diese Schulform wollen. „Schule entwickelt sich mit der Zeit und den Bedürfnissen der Schüler“, formulierte Schierloh.

Mit einer Gesamtschule werde Ganderkesee als Wohnort für junge Familien attraktiver, betonte UWG-Sprecher Christian Marbach. Er schlug vor, die Schulgrenzen zwischen Ganderkesee und Delmenhorst wegfallen zu lassen. „Schulbildung sollte nicht durch Kirchturmdenken behindert werden.“