Ganderkesee - „Stopp!“ – Was das bedeutet, lernen Kinder diese Tage an der Grundschule Dürerstraße, wo der Verein „!Respect“ zeigt, wie man gut miteinander umgehen und gewaltfrei Konflikte deeskalieren kann. Denn dazu gehört, „Stopp!“ zu sagen, wenn jemand etwas tut, das man nicht möchte.
Bedarf an Auffrischung
Der Besuch von „Oli“, wie Oliver Henneke, Vorsitzender und Trainer des Vereins, von allen genannt wird, ist allerdings nicht kostenfrei. Hier springt für die Grundschule Dürerstraße jetzt die Bildungs-Chancen-Lotterie ein, die den Besuch von „!Respect“ mit 6916 Euro fördert.
„Wir haben Glück, durch die Lotterie dieses große Projekt gefördert zu bekommen“, sagte die kommissarische Schulleiterin Anke Brunken-Krey am Montag. Der Verein hatte die Schule 2016 schon einmal besucht, aber es gebe durch neue Jahrgänge und das allmähliche Vergessen der damals gelernten Formen einen Bedarf an Auffrischung.
Schmetterling als Symbol
Von der Bildungs-Chancen-Lotterie, die als Deutschlands erste Soziallotterie seit vorigem Jahr gezielt Bildungsprojekte fördert, waren Timo Borowski und Louis Wydra gekommen, um die Fördermittel symbolisch zu übergeben. „Wir haben statt eines Schecks einen Schmetterling mitgebracht“, sagte Timo Borowski. Dieser stehe dafür, sich entfalten zu können. Bei der Lotterie war im November während der ersten Förderrunde entschieden worden, die Grundschule zu unterstützen. „Das war für uns ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk“, freute sich Brunken-Krey. Etwa 8200 Euro koste der Besuch von „!Respect“ die Schule insgesamt. Dazu war auch ein Schülerbeitrag von 2 Euro erhoben worden, weil das Thema ernster genommen werde, wenn dafür bezahlt werden musste, selbst wenn es nur eine kleine Summe sei, war sich Brunken-Krey sicher.
Bei der Übergabe des Schmetterlings am Montag bedankte sich die Schule sehr herzlich bei der Bildungs-Chancen-Lotterie und überreichte Timo Borowski als kleines Dankeschön eine Box mit Schokolade.
Dass die von Oliver Henneke vermittelten Formen einen Effekt haben, bestätigte die Schulsozialarbeiterin Edna Rüdig. „Die Klarheit der Regeln gefällt mir selber sehr“, sagte sie. Zusätzlich zu den von „!Respect“ gezeigten Formen – unter anderem, dreimal „Stopp!“ zu sagen, bevor eine Aufsichtsperson geholt wird – habe man sich eigene Erweiterungen ausgedacht. Zum Beispiel den „stummen Schatten“ – wer sich in einer Pause zu sehr danebenbenimmt, muss die restliche Zeit in Sichtweite einer Aufsichtsperson verbringen.
Elternabend zum Thema
Die erste und zweite Klasse in der Dürerstraße erhalten das „!Respect“ Komplettpaket, welches aus dreimal zwei Stunden Training besteht, für das aufgrund des hohen Bewegungsanteils zumeist Sportstunden verwendet werden. Die Klassen drei und vier bekommen eine zweistündige Auffrischung. Seit Ende Februar läuft die Aktion, am Donnerstag wird es die letzte Einheit geben. Für Dienstag ist ein großer Elternabend angesetzt, der umfassend zu dem Thema informieren soll. Je nachdem, wie gut die Umsetzung des Projekts im Schulalltag gelingt, stellt die Grundschule sich vor, die Aktion in Zukunft zu wiederholen.
