GANDERKESEE - Junge Energiespar-Detektive aus Ganderkesee nehmen die „Power-Klauer“ ins Visier: In Anlehnung an Aktionen verschiedener Energieversorger und des Bundes für Umwelt und Naturschutz gibt es neuerdings auch am Gymnasium Ganderkesee eine Klimaschutz-Arbeitsgemeinschaft. Die beteiligten Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 5 bis 7 können bei ihrer Suche nach den mehr oder weniger heimlichen Energieverbrauchern auf teures Gerät zurückgreifen: Eine nagelneue Wärmebildkamera bringt die jungen Pennäler auf die richtige Spur.

Der Vorsitzende des Freundeskreises des Gymnasiums, Uwe Noster, war dabei, als die Kamera am Mittwoch im Praxistest vorgestellt wurde. Der Freundeskreis hatte die Spende der EWE-Stiftung von 3000 Euro um einen stattlichen Betrag aufgestockt, damit das Gerät beschafft werden konnte.

Wesentliches Ziel der Klimaschutz-AG sei es, den Energieverbrauch der Schule zu reduzieren, sagte Thomas Nagel. Das beginne beim bewussten Umgang mit der Beleuchtung und ende noch nicht mit dem richtigen Lüften der Klassenzimmer. Mit der Kamera sollen alle Gebäude auf dem Schulgelände auf mögliche Wärme-Lecks untersucht werden. „Wir können auch thermische Videos drehen und sie direkt auf die Computer der Schüler senden“, freute sich Schnabel über die Möglichkeiten, die die moderne Technik bietet.

Für Noster ist die Investition vor allem deshalb so sinnvoll, weil das Gerät fächerübergreifend eingesetzt werden kann. Chemielehrer hätten bereits Interesse angemeldet, um thermische Reaktionen im Reagenzglas vorführen zu können, die mit dem bloßen Augen nicht zu erkennen sind.

Und auch in der Biologie lasse sich eine Wärmebildkamera gut einsetzen, berichtete Schulleiterin Dr. Renate Richter – sogar mit gesundheitsfördernder Wirkung. Dass die Hände von Rauchern schlecht durchblutet werden, lasse sich an der bläulichen Färbung auf dem Display gut ablesen.

Der elfjährige Tede ist Feuer und Flamme für die Arbeitsgemeinschaft. Klimaschutz interessiere ihn sehr, sagte der Siebtklässler. Dort wolle er sich weiter engagieren. Und für die teure Spezialkamera hat er bereits eine weitere naturwissenschaftliche Untersuchung im Auge: Mit dem Gerät ließen sich doch wunderbar wechselwarme Tiere und Kaltblüter untersuchen, schlug der Junge vor.