GANDERKESEE - Experimente mit Rauchbildung sind am Gymnasium Ganderkesee dank neuer Punktabsauger über den Arbeitsbereichen kein Problem mehr. Die neugestalteten Chemie- und Physikräume bieten den Schülern ein professionelles Labormilieu, in dem sie einzeln und in Gruppen Experimente durchführen können. „Wir haben bei den Umbauarbeiten auf Details geachtet“, betont der Fachobmann für Chemie, Karsten Nilsson. Um eine Trennung von Lern- und Experimentierbereich in einem Zimmer zu schaffen, wurden zwei Räume zusammengefasst. Auch in der Physik gibt es einige Neuerungen. „Wir haben uns entschlossen, zwei Experimentierräume einzurichten und auf einen Hörsaal zu verzichten“, berichtet der Fachobmann für Physik, Jan Schaper. Dadurch könne die effektive Zahl der Experimentierstunden gesteigert werden.

Die Umbaumaßnahmen, seien eine Investition in die Zukunft, betont Dr. Renate Richter. Nur drei Monate hat der Umbau gedauert. 30 Jahre seien damit aufgeholt worden, sagt die Direktorin des Gymnasiums. Gemeinsam mit Landrat Frank Eger und dem Architekten Christoph Bagge weihte sie die Räume am Donnerstagnachmittag ein. Man könne nicht erwarten, dass Schüler ein Fach ernst nehmen, wenn die Einrichtung aus den 70er Jahren stamme, betont Eger. Neue Räumlichkeiten seien ein wichtiger Schritt, um die Schüler für die Naturwissenschaften zu begeistern. Daher sei der Umbau des naturwissenschaftlichen Traktes auch vorgezogen worden.

Insgesamt wurden 330 000 Euro in die Neugestaltung investiert. Dies sei nur ein Teil der gesamten Renovierungsmaßnahmen am Gymnasium, betont der Architekt Christoph Bagge. Im nächsten Jahr stehe die Renovierung der Fassade und des Daches an. Um die energetische Bilanz zu verbessern, werde man eine siebenstellige Summe aufwenden, sagt Landrat Eger. Bis 2012 werden im Gymnasium insgesamt 7,2 Millionen Euro investiert. Fast fertig ist der Umbau der alten Steinacker-Halle. Ende der Herbstferien solle der Betrieb wieder aufgenommen werden, so Renate Richter.

Im Rahmen der Einweihung äußerte Landrat Eger sich auch zum Thema Gesamtschule (wie berichtet, hatte die Ganderkeseer SPD beantragt, das Schulzentrum Bookholzberg in eine IGS zu verwandeln). Es sei widersprüchlich, viel Geld in das Gymnasium zu investieren und der Einrichtung später ggf. die Schüler zu nehmen. Grundsätzlich seien aber eine oder zwei Gesamtschulen im Landkreis möglich.