GANDERKESEE - Viele Lehrkräfte seien krank, einige kämen häufig unpünktlich zum Unterricht, könnten die Schüler nicht kontrollieren, würden Abmachungen nicht einhalten. – Mit deutlicher Kritik an der Unterrichtssituation an der Hauptschule Ganderkesee hat sich am Dienstag ein Schüler an die NWZ gewandt. Als demotivierend empfinde er auch, dass die Wahlpflichtkurse der 9. und 10. Klassen keine echte Wahl böten.
Zu letztgenannter Kritik merkte Schulleiter Burkhard Lindner im Gespräch mit der NWZ an, dass die Hauptschule derzeit als Wahlpflichtkurse nur gestaltendes Werken (zwölf Plätze) und Kunst (für alle übrigen Schüler) anbieten könne. Einen Lehrer für Musik habe die Schule nicht. Textiles Gestalten als denkbare vierte Alternative entfalle, weil die Fachkraft in Mathematik eingesetzt sei.
Lindner hat wenig Hoffnung, dass sich diese Situation grundsätzlich verbessert – da die Schülerzahl an Hauptschulen sinke und neue Lehrkräfte kaum zu erwarten seien.
Was das Kranksein betrifft, so sei das bei Lehrern nicht anders als bei Schülern oder anderen Menschen, gab der Rektor zu bedenken. Schwierig sei es für Schulen bisweilen, bei längerfristigen Ausfällen so genannte Feuerwehrlehrer zu gewinnen.
Was die (erforderliche) Betreuung einzelner Schüler angeht, unterscheide sich die Hauptschule wohl ein Stück weit von Realschule und Gymnasium. Dies könne dazu beitragen, dass nach den Pausen der Eindruck entstehe, Lehrer kämen unpünktlich.
Lindner notierte sich alle von dem Schüler vorgebrachten Punkte. Er werde sie im Kollegium zur Sprache bringen, kündigte er an.
