GANDERKESEE - Der Dialog ist das Ziel: Deshalb sollen Schulen Elternvertreter für Kinder ohne deutsche Staatsbürgerschaft wählen. Und obwohl es mittlerweile eine verpflichtende Vorgabe ist, wenn eine Schule zehn ausländische Kinder oder mehr hat, sei dies viel zu selten der Fall. Das erklärt der Ganderkeseer William Werk, Mitglied im Landeselternrat.
Sein Ziel ist es, die Schulen über ihre Pflicht aufzuklären, er will aber auch aufzeigen, welche Vorteile sich durch das Amt ergeben. Er will keineswegs anklagen: „Ich kenne die Flut von Erlassen, mit der sich Schulleiter herumschlagen müssen“, sagt Werk.
Und dennoch: „Viele Eltern kommen aus anderen Kulturkreisen. Es ist wichtig, eine vermittelnde Person zu haben.“ William Werk kennt Familien, die Lehrer als so wichtige Personen sehen, dass für sie Elternarbeit überflüssig ist. „Durch den Dialog könnten Missverständnisse begrenzt werden“, sagt der Elternvertreter, „und Eltern können besser verstehen, dass sie ein Recht haben, dass man auf sie hört.“ Die Beauftragten könnten auch vermitteln, welche Schwierigkeiten Schüler haben: „Es wäre auch ein kultureller Gedankenaustausch.“
Bei Schulleitungen trifft der Vorschlag, ein solches Amt einzuführen, auf Interesse – selbst wenn der Ausländeranteil gering ist. Joachim Hüneberg von der Haupt- und Realschule Ganderkesee kann sich ebenso wie Ursula Dunker von der Grundschule Heide vorstellen, auf der nächsten Elternratsversammlung ein solches Amt anzubieten. Auch Dr. Renate Richter vom Gymnasium Ganderkesee ist offen für eine solche Position. Dazu Hüneberg: „Dort wo es gelingt, durch Elternarbeit etwas zusammenzuführen, sollte etwas getan werden.“ Er kann sich auch vorstellen, durch weitere Ideen die Zusammenarbeit zu verbessern.
Und das, obwohl die Arbeit mit Familien mit Migrationshintergrund für ihn keine Schwierigkeit ist: „Wir versuchen, im Gespräch zu bleiben.“ Das betreffe nicht nur die angesprochenen Familien. Auch Deutsche müssten erreicht werden. „Man kann Eltern nicht in Kategorien einteilen“, sagt er. Er habe in allen Bereichen motivierte Eltern und solche, die nicht mitarbeiten.
Auch in Heide wird Elternarbeit groß geschrieben: „Unsere Familien sind sehr gut integriert“, sagt Ursula Dunker, „damit sie beispielsweise zu Familien und Festen kommen, sprechen wir sie direkt an. Wir helfen ihnen auch bei verschiedenen Anträgen.“ Sie könne sich auch vorstellen, neben dem Elternamt eine Lehrkraft als offiziellen Ansprechpartner zu benennen. Gute Aussichten also für Werks Initiative.
