Ganderkesee - Computerräume, digitale Tafeln in einigen Klassenzimmern und Konzepte für die Nutzung der neuen Medien: Die Schulen in der Gemeinde Ganderkesee haben sich auf den Weg in die digitale Welt gemacht. „Wir investieren permanent“, sagt Sieglinde Jahn, Leiterin des Fachdiensts Schulen bei der Verwaltung.
Hohe Kosten für Geräte
Ihren Angaben nach gibt es an den Grundschulen und in den beiden Oberschulen Computerräume. In fast allen Schulen sind zudem einzelne Klassen mit digitalen Tafeln ausgestattet. Doch die Kosten für die Geräte, deren Technik sich schnell weiterentwickelt, machen der Fachdienstleiterin Sorgen. Neu seien Tafeln, die wie Touch-Screen-Monitore funktionieren. „Eine kostet 10 000 Euro. Wenn man alle Klassen damit ausstatten will, ist man schnell im mehrstelligen Millionenbereich.“ Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung fordert finanzielle Unterstützung für die Kommunen. Die Ausstattung sei davon abhängig, ob der Bund Mittel zur Verfügung stelle, sagt auch Sieglinde Jahn.
Rund 2,8 Milliarden Euro müssten nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung jährlich in die IT-Ausstattung von Schulen investiert werden. Ein finanzieller Kraftakt, für den die Kommunen laut Stiftung dauerhaft Unterstützung von Bund und Ländern benötigen. „Digitalisierung ist für junge Menschen längst Alltag“, so Vorstand Jörg Dräger. Auch Schule müsse digitaler werden und die Kompetenzen vermitteln, die für Teilhabe an der Gesellschaft und am Berufsleben notwendig seien. Ein Forscherteam der Universität Bremen hat berechnet, dass die durchschnittlichen Kosten für eine Grundschule bei rund 45 500 Euro und für eine weiterführende Schule bei 300 000 Euro im Jahr liegen würden.
Dass Kinder im Unterricht den Umgang mit Computern und Internet lernen sollen, darüber herrscht Einigkeit unter den Schulleitern. Zwar gehören Smartphones und Computer nach Angaben von Jan-Michael Braun, Leiter der Oberschule in Bookholzberg, zum Alltag der Schüler. Doch es müsse darum gehen, ihnen den Umgang damit beizubringen. In der Oberschule gibt es außer zwei Computerräumen auch mobile Laptops und digitale Tafeln in vier Räumen. „Kollegen können Arbeitsblätter an die Tafel werfen, Grafiken oder Filme aus dem Internet zeigen“, erläutert Braun.
Zu Themen recherchieren, Texte bearbeiten, Präsentationen vorbereiten und Lernsoftware nutzen – das gehört auch an der Oberschule in Ganderkesee und an den Grundschulen zum Alltag. „Die Technik ermöglicht uns andere Lernwege“, sagt Dörte Lohrenz, Leiterin der Grundschule Bookholzberg. Vom kommenden Schuljahr an seien die Schulen verpflichtet, Medienerziehung in den Lehrplan aufzunehmen. „Wir sehen Riesen-Handlungsbedarf.“
Medienkonzept in Arbeit
Dörte Lohrenz wünscht sich unter anderem Laptops und interaktive Tafeln. Investitionen in Endgeräte sind aus ihrer Sicht aber nur sinnvoll, wenn es ein Medienkonzept für die Nutzung gibt. Daran arbeite der Schulverbund der Gemeinde, dem die Grundschulen, Oberschulen und das Förderzentrum angehören. Dass Lehrkräfte möglicherweise nicht auf den digitalen Wandel vorbereitet sind, sieht die Schulleiterin nicht: Es gebe viele Fortbildungen zum Thema, außerdem bringe die junge Generation an Lehrern neue Impulse und Medienerfahrung mit.
Auch das Gymnasium Ganderkesee setzt auf die Digitalisierung. Der Landkreis Oldenburg als Schulträger habe viel Geld in die Hand genommen, um seine Schulen möglichst gleich auszustatten, sagt IT-Koordinator Marian Münch. Die Schule nutzt zurzeit zwei Computerräume, drei mobil einsetzbare Laptop-Wagen und zwei Tablet-Koffer mit je 16 Geräten. „Wir können eine relativ große Zahl an Schülern gleichzeitig ausstatten“, sagt Münch. In den Räumen sind weiße Tafeln und Beamer im Einsatz. „Damit man nicht immer der neuesten Technik hinterherläuft.“ Auch Münch sieht viele Vorteile der digitalen Technik im Unterricht: Referate könnten sichtbar gemacht und direkt bearbeitet werden, nennt er ein Beispiel.
