GANDERKESEE - GANDERKESEE - Aerodynamik, Auftrieb und Kräfte – um diese Themen sollte sich der Beitrag der Ganderkeseer Nachwuchsforscher drehen. Julius Breitkopf, Willi Hövermann und Laura Breitkopf überlegten und kurz vor Anmeldeschluss im November 2004 hatten sie die Idee: Sie wollten sich mit Papierfliegern beschäftigen. Diese Woche stellte das Trio seine Ergebnisse unter dem Titel „Falten und fliegen – Die Physik des Fliegens praxisnah für den Unterricht“ auf dem Bremer Landesentscheid von „Jugend forscht“ vor. Die Präsentation und die Ergebnisse überzeugten die Jury: Die Ganderkeseer Schüler heimsten den ersten Platz im Fachgebiet Physik ein.

Für Gymnasiast Julius Breitkopf, 14 Jahre, war der Besuch der großen Endausscheidung in einer Montagehalle der EADS fast schon Routine. Bereits zum vierten Mal in Folge nahm er teil. Einmal hatte er zuvor schon Platz eins belegt, zweimal Rang zwei.

Klassenkamerad Willi Hövermann machte 2004 erstmals mit und ist seitdem auch begeistert vom Tüfteln und dem Wettbewerb. Julius‘ Schwester Laura (10 Jahre), Viertklässlerin an der Grundschule Dürerstraße, mochte nicht länger zuschauen. Die Begeisterung für den Wettbewerb ist auch familiär zu erklären: Der Vater von Laura und Julius, Michael Sorg, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Bremen und wirkt ehrenamtlich bei „Jugend forscht“ mit.

Im Gymnasium unterstützte der Fachlehrer Olaf Coste die Schüler. Nach dem theoretischen Teil ging es an die Praxis. Neun verschiedene Typen ermittelte das Trio unter anderem durch Recherchen im Internet. Hinzu kam eine Eigenkreation, der „Doubledragon“. Nase, Steg, Flossen und Heck – für jedes Teil eines Papierflieger-Typen finden sich detaillierte Bauanleitungen in den akkuraten Ausarbeitungen der drei Jungforscher.

Zum Praxisteil zog es die Drei fast einen ganzen Sonnabend in die Sporthalle Lange Straße. Hier bauten sie eine knallrote Abflugrampe auf einem Basketballkorb auf. Der Abflugwinkel lässt sich an der Eigenkonstruktion einstellen, die „Spannung“ des Gummibandes anhand eines Zentimetermaßes bestimmen. In die Halle gingen die jungen Physiker, weil dort immer dieselben Flugbedingungen herrschen. 5,2 Sekunden war die längste Flugzeit, rund 20 Meter der weiteste Flug, berichtete gestern Willi Hövermann.

Eine Erfahrung von Julius: „Ökopapier fliegt besser.“ Warum das so ist, ist für Michael Sorg fast schon die nächste Forschungsidee. Denn dass die Drei auch nächstes Jahr wieder mitmachen möchten, stand für alle gestern fast schon fest. „Es macht Spaß, Neues zu entdecken“, so Hövermann.

Und auch die Präsentation in Bremen habe ihren Reiz, wie alle betonten. Hier baute jedes Forscherteam am Montag zunächst seine eigene Box auf. Dienstag schaute sich die Jury die Arbeiten an, Donnerstag verriet sie ihr Urteil. Neben Urkunde und Buch gab es für die Sieger auch ein Preisgeld von 75 Euro. Das wird übrigens genau gedrittelt, mathematisch exakt, wie es bei Naturwissenschaftlern zu erwarten ist.