GANDERKESEE - „Ist das nicht...?“, „Das ist meine Schwester!“ oder „Guckt mal – da bin ja ich!“ – solche und ähnliche Fragen und überraschte Ausrufe erklangen am Sonntagnachmittag im Gasthof Oldenburger Hof beinahe im Minutentakt. Immer dann, wenn Reinhard Siemer, Vorsitzender des Heimat- und Ortsvereins Elmeloh-Almsloh von seinem Laptop aus ein neues Bild an die Wand projizierte, erkannte wieder einer oder eine der Anwesenden die Kinder, die auf den alten Fotos abgebildet waren.
Im Oldenburger Hof versammelt hatten sich Schüler der einstigen Volksschule Elmeloh. Alle hatten die kleine Dorfschule an der Baumstraße in den Jahren 1945 bis 1953 verlassen. 42 Männer und Frauen waren der Einladung von Organisatorin Hilde Schröder gefolgt. „Ich hatte 61 ehemalige Mitschüler eingeladen“, erzählt Hilde Schröder. „Aber einige können urlaubs- oder krankheitsbedingt nicht dabei sein.“
Bevor jedoch in Erinnerungen geschwelgt werden durfte, galt es auch beim Wiedersehen die Tradition zu wahren. „Was haben wir gemacht, wenn der Lehrer in die Klasse gekommen ist?“, fragte Hilde Schröder nach der Begrüßung. Ganz klar: gesungen. Und so begann auch das Klassentreffen der ehemaligen Volksschüler aus Elmeloh und Almsloh mit einem fröhlichen „Kein schöner Land in dieser Zeit“.
Obwohl die Schulzeit der meisten in die Kriegsjahre gefallen war, waren es überwiegend die positiven Erinnerungen, über die man sich am Sonntag austauschte: die Weihnachtsfeiern bei Backenköhler, Schulausflüge mit Pferd und Wagen, winterliche Schlittenfahrten und vieles mehr. „Wenn zu viel Schnee lag, haben uns die Bauern aus dem Dorf mit dem Pferdeschlitten zur Schule gebracht“, berichtete Hilde Schröder. „Manchmal kippte der Schlitten unterwegs um.“ Im Winter hätten alle Kinder Briketts von zu Hause mitbringen müssen, damit das Klassenzimmer beheizt werden konnte.
Aber auch die Gegenwart ihrer alten Schule interessierte die einstigen Klassenkameraden. In seinem Fotovortrag stellte Reinhard Siemer den Zustand von Gebäude und Grundstück seit der Schließung der Schule im Jahre 1972 dem heutigen Erscheinungsbild gegenüber – nachdem der Heimat- und Ortsverein Haus und Garten auf Vordermann gebracht hat. „Herr Siemer hat mit seiner Crew unsere Schule verändert – ganz große Klasse!“, lobte Hilde Schröder. Das zustimmende Kopfnicken und der Applaus der Zuhörer signalisierte Siemer und seinen Mitstreitern eines: „Unsere Schule ist bei euch in guten Händen.“
