GANDERKESEE - Der Abschlussjahrgang 1957 der Volksschule Lange Straße hatte etwas, was wohl nur wenige Schulklassen jemals ihr Eigen nennen konnten: Tischdecken. Das Geld für den rotweißen Stoff hatten sich die Schüler durch die Pflege der Friedenseiche selbst verdient, die Mädchen übernahmen dann im Handarbeitsunterricht das Nähen. Mit Metallklammern wurden die Resultate schließlich an den Schülertischen befestigt. Am Sonnabend wurde – recht amüsiert – an diese „Gemeinschaftsaktion“ erinnert. Denn die Ex-Schüler kamen zu ihrem zweiten Klassentreffen zusammen.

Brunhilde Alfs, Jutta Buchhop und Erika Vogel hatten es übernommen, die Ehemaligen vom Einschulungsjahrgang 1949 „zusammenzutrommeln“. Für die meisten gab es zwei gute Gründe für eine Teilnahme: Zum einen hatten sie vor 50 Jahren ihre Schulzeit beendet, zum anderen feierten sie an diesem Wochenende die goldene Konfirmation.

Für einen „süßen Empfang“ sorgte Bäckermeister Gerold Tönjes, der ebenfalls zu dem Jahrgang zählt. Er lud seine ehemaligen Mitschüler zum Kaffeesieren ein, anschließend wurde die Landbäckerei besichtigt.

Viele der Ehemaligen, so berichtete Brunhilde Alfs, hatten ihren ersten Unterricht in der Steinschule an der Bergedorfer Straße (die es heute nicht mehr gibt), später kamen sie in die Baracke am Habbrügger Weg (ebenfalls abgerissen). 1954 wechselte die Klasse in die damals neu erbaute Volksschule an der Langen Straße – „eine schöne Schule“, fand Erika Vogel.

Manch ein Lehrer sei schon streng gewesen, erinnerte sich Brunhilde Alfs. Noch ganz genau hat sie vor Augen, wie es war, wenn einer der Pädagogen „grantig“ wurde – „dann flogen seine Baskenmütze und die Aktenmappe“.

Aber die Klasse sei „eigentlich sehr brav“ gewesen. Eines allerdings habe man sehr gern gemacht, meinte die Ganderkeseerin mit einem schelmischen Grinsen: „Lehrer ärgern.“