GANDERKESEE - „Es riecht noch wie früher.“ – Kaum hatte Karin Mörer am Sonnabend die Turnhalle am Habbrügger Weg betreten, da wurden Erinnerungen wach. Und ganz ähnlich erging es auch ihren ehemaligen Mitschülern vom Entlassjahrgang 1966 der Schule an der Langen Straße. 50 von ihnen waren zu einem Klassentreffen gekommen – das mit einem Eintauchen in die gemeinsame Geschichte begann. Erste Station: die Halle am Habbrügger Weg.
1957 hatte für die Ehemaligen die Schulzeit begonnen – großenteils in der (heute nicht mehr bestehenden) Steinschule an der Bergedorfer Straße. Paarweise und „Hand in Hand“ sei man von da aus einmal die Woche zum Sport an den Habbrügger Weg gezogen, erinnerte sich Rolf Oetken. Immerhin: Die Halle, in der bis dato auf Sägespänen geturnt worden war, sei seinerzeit mit einem festen Boden ausgestattet worden.
„Die linke Hand am oberen Holm, die rechte am unteren ...“. Karla Scheele wusste noch ganz genau, wie die Übungen am Stufenbarren zu turnen waren – und zeigte es sogar. In den Sportstunden habe das Turnen einen großen Raum eingenommen. Meist zum Schluss habe man Prellball oder Völkerball spielen dürfen – „zum Austoben“.
Schon nach der ersten Klasse wechselte der Jahrgang die Schule – und zog an die Lange Straße. Einmal die Woche sei dort geduscht worden. Warum? „Sanitäre Anlagen wie heute gabs ja noch nicht. Viele hatten noch Plumps-Klos“, merkte Rolf Oetken an. Um zu verhindern, dass die kichernden Jungen den Mädchen durchs Schlüsselloch beim Duschen zuguckten, sei man pragmatisch vorgegangen: „Wir haben einen Waschlappen vors Schlüsselloch gehängt“, lachte Karla Scheele.
Das Schwimmen lernten die Kinder in Bremen – mit Bussen wurden sie zum Zentralbad gefahren. Schließlich habe Ganderkesee noch kein eigenes Schwimmbad gehabt.
Nach der Stippvisite in der Turnhalle zogen die Ehemaligen zum Sportplatz. Später kehrten sie im Schützenhof ein, um in geselliger Runde aus der Schule zu plaudern. Auch Harry Gastler, einer der früheren Klassenlehrer, nahm daran teil.
