GANDERKESEE - „Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt.“ Dieser kurze Spruch prangte am Mittwochmorgen in großen Buchstaben auf der Tafel im Klassenzimmer der 4d der Grundschule Lange Straße. Im Rahmen des Schulprojektes „Kinder stark machen“ waren Aikido-Lehrer Andreas Scholl-Staus und Wendo-Lehrerin Andrea Ney in der Grundschule zu Gast. „Sie werden den Schülerinnen und Schülern zeigen, wie man sich auf eine faire Weise in Konfliktsituationen behaupten soll“, erklärt Schullleiterin Rita Wieneke.
Ziel sei es, in solchen Situationen nicht emotional und spontan, sondern überlegt und stark zu reagieren. Die Viertklässler wurden dazu in zwei Gruppen geschlechtlich getrennt. Während die Jungs mit Scholl-Staus einen Aikido-Kurs belegten, gingen die Mädchen mit Andrea Ney auf die Turnmatten, um die Techniken der Wendo-Selbstverteidigung zu erlernen. Wendo bedeutet Selbstbehauptung für Frauen und Mädchen. Der Name setzt sich zusammen aus Wen, einer Abkürzung für das englische women (Frauen), und do, japanisch für Weg, was zusammengesetzt der Weg der Frauen bedeutet. Wendo zählt sich nicht zu den Kampfsportarten, sondern versteht sich als Präventionsprogramm gegen Gewalt. Aikido hingegen ist eine betont defensive moderne japanische Kampfkunst.
Damit unterscheiden sich beide Programme deutlich voneinander. „Kurz zusammengefasst kann man sagen, beim Aikido bringt man den Jungs bei, nicht draufzuhauen. Für Mädchen hingegen ist das in Gewaltsituationen ein durchaus probates Mittel, wie der Wendo-Kurs zeigt“, so Andreas Scholl-Staus. Die Jungen hatten derweil viel Spaß in ihrem Kurs mit dem Aikido-Lehrer aus Bremen. Zunächst erlernten die Viertklässler in einer Theorieeinheit die sechs Treppenstufen des Aikido. Ignorieren, weggehen, reden, anschauen, anschreien, Hilfe suchen. Präsenz zeigen in Konfliktsituationen sei immer ein gutes Mittel bei Gewaltandrohung. In der Praxis durften die Grundschüler dann einige Griffe der defensiven Kampfkunst trainieren.
