GANDERKESEE - Das Gremium kam in Ganderkesee zusammen. Als Referent agierte Bernd Siegel aus Oldenburg.

Von Christian Bartsch

GANDERKESEE - Wenn im Sommer das neue Schuljahr beginnt, wird an Niedersachsens Schulen einiges anders: „Ab dann müssen so genannte Schulvorstände gegründet werden“, erläuterte gestern Bernd Siegel, Vorstandsmitglied des Landeselternrates, den Vertretern des Kreiselternrates um dessen Vorsitzende Gabriele Bley. In seinem Vortrag in der Mensa des Schulzentrums Ganderkesee ging es daher um die Frage, was das Konzept der ab 1. August in Kraft tretenden „Eigenverantwortlichen Schule“ sonst noch beinhaltet und welche Anforderungen damit künftig auf die Elternvertreter zukommen werden.

„Die eigenverantwortliche Schule überträgt dem Schulleiter mehr Verantwortung für die Qualität der Schule und erweitert deshalb auch seine Entscheidungsgewalt“, brachte Bernd Siegel eine der grundlegenden Veränderungen auf den Punkt. Der Schulleiter werde damit „eher zu einem Geschäftsführer“. Grund für die Einführung der eigenverantwortlichen Schule sei die nach dem „Pisa-Schock“ einsetzende Erkenntnis, dass „das deutsche Bildungssystem teuer, aber ineffizient ist“.

Dem Schulleiter zur Seite stehe künftig ein Schulvorstand – zur Hälfte besetzt mit Lehrern und je zu einem Viertel mit Elternvertretern und Schülern. „Der Vorstand hat wesentliche Entscheidungen zu fällen“, erläuterte Siegel, „da geht es um die Verwendung von Haushaltsmitteln, die Stundentafel und die Organisation der Schule.“ Dies werde künftig, so Siegels Prognose, sicher auch Personalfragen einschließen.

Zudem sei der Schulvorstand in Kooperation mit dem Schulleiter damit beauftragt, einmal im Jahr die Qualität des Unterrichts zu untersuchen. Diese Ergebnisse könnten dann mit den externen Untersuchungen der niedersächsischen Schulinspektion abgeglichen werden, die sich die Schulen im Abstand von mehreren Jahren anschaue.

Zentraler Punkt des im Sommer startenden Konzeptes sei auch die Formulierung eines Leitbildes, welches jede Schule künftig haben müsse. „Darin wird beschrieben, wie die Schule künftig arbeiten soll“, schilderte Siegel. Auch ein Schulprogramm müsse erstellt werden, in dem dann steht, wie die einzelne Einrichtung ihren Bildungsauftrag erfüllen will. „Darin sollte das Menschenbild erkennbar sein, das an dieser Schule angestrebt wird und wie der Weg aussieht, den die Schule gehen will“, so Siegel. „Grundlegend ist dabei die Frage, was Schule leisten muss, um Kinder für Beruf und Gesellschaft stark zu machen.“