GANDERKESEE/LANDKREIS - Von Politik und Verwaltung fühlen sie sich im Stich gelassen. Jetzt haben Eltern aus der Gemeinde die Initiative ergriffen. Mit 857 Unterschriften, die sie Landrat Frank Eger am Montag im Kreishaus übergeben haben, verleihen sie ihrer Forderung nach einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in der Gemeinde Ganderkesee, möglichst in Bookholzberg, Nachdruck. Frank Markmeyer, Sprecher des Elternrats der Grundschule Heide, will diese als „deutliches Zeichen“ verstanden wissen, dass „es großes Interesse“ an einer IGS gibt.
Die Eltern verstehen weder, dass sich die Gemeinde Ganderkesee – anders als andere Kommunen – nicht positioniert hat. Aber auch den Vorschlag des Landrats, die Eltern nur über Gesamtschulstandorte in Ahlhorn, Wardenburg, Harpstedt und Hude abstimmen zu lassen, halten sie für falsch. Der Gemeindeelternrat der Gemeinde Ganderkesee habe sich im Herbst 2008 deutlich für eine IGS in der Gemeinde Ganderkesee ausgesprochen, betonte Markmeyer bei der Übergabe der Listen. „Leider haben die politischen Vertreter das nicht deutlich gemacht.“ Nur mit Hude ins Rennen zu gehen, sei für viele Eltern aus Heide oder Schierbrok „nicht mal eine 1b-Lösung“. Die vom Landrat vorgeschlagenen Standorte seien für sie „nur theoretische Wahlmöglichkeiten, keine Alternativen“.
Eger hatte Bookholzberg unter anderem nicht aufgenommen, weil es kein Votum der Gemeinde zu einer Gesamtschule gibt. „Wenn Ganderkesee sich genauso aufgestellt hätte, hätten wir die Diskussion jetzt nicht“, so Eger. Die SPD hatte die Einrichtung einer Gesamtschule zwar beantragt, ihren eigenen Antrag zuletzt im Fachausschuss aber nicht weiter verfolgt.
An diesem Dienstag (14 Uhr) befasst sich der Kreisschulausschuss ein zweites Mal mit dem Vorschlag von Eger zu einem Elternfragebogen. Und der Landrat sagte den Eltern zu, die Listen den Fraktionen zur Verfügung zu stellen. Die Entscheidung über die Elternbefragung trifft der Kreistag – frühestens am Dienstag, 10. März.
