GANDERKESEE/LANDKREIS - Nach einer emotionalen Kreistagssitzung war Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas am Dienstagabend bemüht, die Wogen zu glätten. „Wir müssen nach vorn blicken.“ Will heißen: Nachdem der Kreistag eine Elternbefragung zu Gesamtschul-Standorten ohne die Berücksichtigung von Bookholzberg beschloss und damit für viele Ganderkeseer Eltern die „1a-Lösung nicht mehr dabei ist“, sollten sich Eltern jetzt „für die 1b-Lösung positionieren“ – eine IGS in Hude.

Kurz zuvor war ein Antrag der Grünen, Bookholzberg doch noch aufzunehmen, von der Kreistagsmehrheit abgelehnt worden. „Die Position der SPD/FDP-Gruppe war eindeutig“, kommentierte Hans Mestemacher (SPD), dass die drei Ganderkeseer SPD-Kreistagmitglieder mit ihrem Votum pro Bookholzberg in der Gruppe allein standen.

Dietmar Mietrach, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Ganderkeseer Rat, nannte das Zustandekommen des Beschlusses „eine Farce“. Egal, ob man für oder gegen die Gesamtschule sei: Hier sei der Elternwille nicht ernst genommen worden. Er spielte damit auf die von 840 Eltern unterzeichnete Unterschriftenliste pro IGS Bookholzberg an. Der Landrat habe eine vorgefasste Meinung gehabt, „egal, welche Argumentation kam“.

Ins selbe Horn stieß Oscar von Ewald, Ortsverbandsvorsitzender der Grünen. Aus Sicht der Ganderkeseer Grünen sei die Standortfrage „noch nicht entscheidungsreif“ gewesen.

Der Heider Schulelternratsvorsitzende Frank Markmeyer, der die Unterschriftenaktion mit initiiert hatte, reagierte gelassen. Er sei ohne Erwartungen in die Sitzung gegangen, seine Enttäuschung halte sich mithin in Grenzen. Eine Gesamtschule in Hude sei vielleicht für Bürger aus Bookholzberg eine Alternative – aber für Bürger aus Heide nicht.

Alice Gerken-Klaas prophezeite, dass, wenn es zu einer IGS in Hude käme, dies auch Schüler aus Hude für die dreigliedrigen Schulen in Ganderkesee bedeute. S.40