GANDERKESEE - 15. März, 9.45 Uhr, Mensa Am Steinacker. 108 Gymnasiasten der Jahrgänge 7 bis 10 sind gerade hereingestürmt und haben an langen Reihen Platz genommen, im lauten Stimmengewirr kann sich Studienrat Michael Hauburger nur rufend Gehör verschaffen. 30 Minuten später, derselbe Ort: Ruhe. Die Schüler brüten jetzt über einem DIN A4-Zettel, der im Ruf steht, dem Großhirn einiges abzuverlangen: der Teilnehmerbogen des Mathematikwettbewerbs „Känguru“.
In mehr als 50 Ländern wird der Wettbewerb ausgetragen – jeweils am dritten Donnerstag im März. Nach Veranstalterangaben nehmen mehr als sechs Millionen Kinder (ab Klasse 3) und Jugendliche teil, 2011 seien es allein in Deutschland 871 000 gewesen. Je nach Klassenstufe sind 24 oder 30 Aufgaben zu lösen, 75 Minuten stehen dafür zur Verfügung.
Das Gymnasium macht seit 2006 mit – „schon ganz erfolgreich“, wie Organisator Hauburger findet. Vor einem Jahr hatten 16 der damals 221 Teilnehmer Preise abgeräumt. Diesmal warfen 239 Jugendliche den Hut in den Ring.
5e komplett am Start
Bei den Jüngeren, den Klassen 5 und 6, sei Känguru „eher eine Massenbewegung“ geworden. Eine Klasse (die 5e) habe sich gar entschieden, komplett mitzumachen. Bei älteren Schülern werde das Feld kleiner, angesichts steigender Schwierigkeitsgrade seien da die Cracks unter sich.
Ob’s denn diesmal schwierig war? „Zwei Drittel ist leicht, der Rest ist schwer“, meinte Tom (12), als er und seine Mitschüler Robert, Kai und Jannes aus der 6c abgegeben hatten. Und was bringt der Wettbewerb? „Ich glaube schon, dass er den Spaß an der Mathematik fördern hilft“, sagt Hauburger.
Das sieht auch Angela Müller so, die den Wettbewerb seit fünf Jahren an der benachbarten Oberschule organisiert. „Viele Kinder kennen Känguru aus der Grundschule und freuen sich schon auf die kniffligen Knobelaufgaben.“
Keiner gibt auf
Das zunehmende Interesse spiegele sich an der Oberschule in Zahlen wider. Vor fünf Jahren hätten etwa 40 Schüler mitgemacht, am Donnerstag waren es 107. Insgesamt seien die Aufgaben diesmal „etwas anspruchsvoller“ als in den Vorjahren, findet Angela Müller. Aber: „Keiner hat den Stift weggelegt und gesagt: Ich kann das nicht.“
An der Oberschule, so sagte die Pädagogin, wurde die Wettbewerbsteilnahme vom Förderverein unterstützt.
