GANDERKESEE - Die Idee des Kultusministeriums, die Möglichkeit einer Oberschule zu schaffen, hat in Ganderkesee eine ganze Fülle unterschiedlicher Reaktionen ausgelöst. Welche Vorstellung am Ende realisiert wird, ist derzeit noch offen.
Der Schulausschuss hatte, wie berichtet, auf seiner jüngsten Sitzung für die Einrichtung von Oberschulen in Ganderkesee und Bookholzberg plädiert, wobei in Bookholzberg auch ein gymnasialer Zweig eingerichtet werden soll. Davor warnen Leitung und Elternrat des Ganderkeseer Gymnasiums ebenso wie die hiesige FDP. Doppelte Strukturen seien in einigen Jahren angesichts der rückläufigen Schülerzahlen existenzbedrohend, hieß es.
Nun haben sich auch die Freien Wähler/UWG dezidiert zu Wort gemeldet. Sie befürworten grundsätzlich die Integrierte Gesamtschule. Weil die Fraktionen von CDU, SPD und FDP im Jahr 2009 den Ernst der Lage nicht erkannt und die Einrichtung einer IGS in Ganderkesee nicht vorangetrieben hätten, müssten nun die verbliebenen Möglichkeiten genutzt werden, um den Kindern beste Chancen für eine zukunftsträchtige Bildung zu verschaffen. „Die Einführung der Oberschule in Ganderkesee und Bookholzberg schafft diese Möglichkeit aus unserer Sicht“, unterstrich UWG-Chef Arnold Hansen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Oberschule in beiden Orten mit einem gymnasialen Zweig eingeführt wird.
Das Gymnasium Ganderkesee werde dadurch nicht gefährdet, sondern im Gegenteil zumindest die Oberstufe gestärkt. Schüler der Oberschule haben bei entsprechender Befähigung durchaus die Möglichkeit, zum Gymnasium zu wechseln.
„Eine Oberschule mit gymnasialem Zweig wird die leistungsstarken Schüler besser fördern können als eine Oberschule ohne gymnasialen Zweig“, so Hansen. Dies ziehe eine bessere Durchlässigkeit nach sich. Durch ein Angebot mit gymnasialem Zweig werde sich die Quote der Abgänger der zehnten Klassen erhöhen, die den Besuch einer weiterführenden Schule und den Erwerb der Fachhochschulreife anstreben.
Die FW/UWG plädieren für die Einführung der Oberschule im August 2011 – mit gymnasialem Zweig sowohl für Bookholzberg, als auch für Ganderkesee. „Alles andere wäre aus unserer Sicht sträflich und käme einer gezielten Bildungsverhinderung gleich“, betonte Hansen.
