Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Oberschule Ganderkesee Unterricht zwischen Schnecken

Claus Hock

Ganderkesee - Im Winter verlassen Schülerinnen und Schüler die warmen Klassenzimmer eher ungern. Ganz anders im Sommer, da ist der Ruf nach Unterricht im Freien wahrscheinlich an jeder Schule zu hören. An der Oberschule Ganderkesee kann dieser Wunsch im kommenden Jahr nun erfüllt werden: Nach mehreren Monaten Arbeit wurde am Dienstagvormittag offiziell das neue „grüne Klassenzimmer“ der Schule „eingeweiht“.

Die Idee für das Outdoor-Klassenzimmer entstand vor zwei Jahren, als die beiden Lehrerinnen Taalke Joosten und Carina Schewe über den Schulhof liefen. „Wir waren am Überlegen, was man noch alles aus dem Schulhof machen könnte.“ Dabei fiel ihnen auf, dass in einer der hinteren, überwucherten Ecken der Hausmeister zugange war. „Wenn unser Hausmeister da arbeitet, muss das ja zum Schulhof gehören“, dachten sich die beiden.

Alter Schulgarten

Ein paar Gespräche später war klar: Die Lehrerinnen hatten den alten Schulgarten mitsamt Teich „wiederentdeckt“. Früher bewirtschaftet von einer Garten-AG und dann doch eher in Vergessenheit geraten, war der Bereich am Rande des Schulhofes lange ungenutzt. „Die Nachbarn haben sich schon gefragt, wann da mal wieder was passiert“, so Taalke Joosten, denn: „Das Unkraut wucherte schon in die benachbarten Gärten über.“

Das wird künftig hoffentlich nicht so schnell wieder passieren. Nicht nur, dass der ehemalige Schulgarten als Klassenzimmer wieder auferstehen soll, auch eine Unkrautsperre wurde von Hausmeister und Gemeinde neu angelegt. „Zu Anfang wussten wir gar nicht, wie wir die Sache angehen sollten“, gesteht Taalke Joosten. Daher besorgten sie und ihre Kollegin sich Hilfe vom Fachmann: die Firma Garten- und Landschaftsbau Kreye. Die Experten berieten bei der Planung und Beschaffung der Materialien und rückten sogar mit einem Mini-Bagger an.

Unterstützung gab es zudem von der Vereinigten Volksbank. 1000 Euro aus den Gewinnsparerträgen gingen an den Förderverein der Oberschule, der damit Tische und Bänke – in passender Waldhütten-Optik – für das Freiluft-Klassenzimmer anschaffte.

Schüler helfen

Aber auch die Schülerinnen und Schüler, der Schülerrat sowie einige Eltern halfen. Sei es durch das Spenden von Mutterboden, durch das Leihen von Schubkarren oder schlicht durch das eigene Anpacken. „Schüler aller Jahrgänge haben mitgeholfen“, berichtet Taalke Joosten. „Das hat auch wirklich Spaß gemacht“, sind sich die beiden 13-jährigen Schülerinnen Celina und Josie einig. Und gelernt haben sie auch etwas. „Wie man überhaupt einen Garten anlegt zum Beispiel“, sagt ihre Mitschülerin Gesche (13). „Sogar für Bio, auch wenn man das sonst vielleicht nicht so gerne macht“, ergänzt sie und meint damit vor allem die vielen „Haustiere“, die zum grünen Klassenzimmer gehören. „Vor allem ganz viele Weinbergschnecken“, erinnert sich Josie.

Bevor das grüne Klassenzimmer im kommenden Jahr so richtig genutzt werden kann, ist aber immer noch etwas Arbeit nötig. Der Schuppen muss noch mal gestrichen werden und ein paar Details sollen auf dem Gelände noch verändert werden. „Ich kann mir aber schon gut vorstellen, wir hier bei wärmeren Temperaturen die Schüler sitzen“, sagt Steven Behrens, kommissarischer Leiter der Oberschule.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Kleine Kinder haben Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und Stillen. In Oldenburg wollen Hebammen Unterrichtsstunden zu diesen Themen in den vierten Klassen geben.

PILOTPROJEKT IN OLDENBURG Schwangerschaft, Geburt und Stillen – Was Grundschüler bei Hebammen lernen

Anja Biewald
Oldenburg
Analyse
Bundeskanzler Olaf Scholz besucht den Katholikentag in Erfurt

SPD-WAHLKAMPF ZUR EUROPA-WAHL Zieht der Kanzler im Osten?

Kerstin Münstermann Büro Berlin
Delitzsch
Blick in die Räucherkammer bei Aal Bruns in Kayhauserfeld: Marco Pawlik ist mit der Qualität zufrieden.

DELIKATESSE NACH ÜBERLIEFERTER REZEPTUR Woher kommt der Zwischenahner Aal?

Kerstin Schumann
Kayhauserfeld
Der Bergpark Wilhelmshöhe: Hier befinden sich etliche Sehenswürdigkeiten.

NWZ-REISETIPPS: ABSTECHER NACH ... KASSEL Entspannte Stunden in historischen Parks

Kerstin Schumann
Kassel
Vor etwa einem Jahr eröffnete der Pflegedienst Paul-Lina seinen neuen Hauptsitz in Wittmund. Wegen eines Insolvenzverfahrens musste der Pflegedienst seinen Betrieb aufgeben.

STANDORTE IN WITTMUND UND EMDEN Insolvenz bei Pflegedienst Paul-Lina – So geht es für die Kunden weiter

Kim-Christin Hibbeler
Wittmund