GANDERKESEE - Dass es mit Beginn des Schuljahres 2011/12 zwei Oberschulen in der Gemeinde Ganderkesee geben wird, ist so gut wie sicher – obwohl es noch gar keine rechtliche Grundlage für diese neue Schulform gibt, die CDU und FDP im Dezember per Gesetzentwurf in die politische Debatte geworfen haben. Der Landtag wird aber voraussichtlich im kommenden Monat die legislativen Voraussetzungen dafür schaffen, dass die bestehenden Haupt- und Realschulen sowie kooperativen Gesamtschulen durch Oberschulen ersetzt werden können. Passiert der Gesetzentwurf den Landtag, wird die Oberschule als alleinige Schulform neben einem Gymnasium möglich.

Alle politischen Kräfte in Ganderkesee haben sich dafür ausgesprochen, die in dieser Schulform liegenden Chancen zu nutzen. Strittig ist lediglich, ob auch ein gymnasialer Zweig eingerichtet werden soll. Eine breite Mehrheit im Gemeinderat hat dies für Bookholzberg beantragt. Die UWG wollte aus Gründen der Gleichbehandlung auch in Ganderkesee den gymnasialen Zweig etablieren. Allein die FDP sowie Repräsentanten des Gymnasiums warnten noch auf der jüngsten Ratssitzung davor, mit einer Gymnasialabteilung der Oberschule dem Ganderkeseer Gymnasium langfristig das Wasser abzugraben. Es gebe schlicht zu wenig Schüler, um zweigleisig attraktive Bildungsangebote organisieren zu können.

Das sieht der Leiter des Kreisschulamtes, Maik Ehlers, ganz ähnlich. Wenn der Schulausschuss am Donnerstag, 24. Februar, um 17 Uhr im Kreishaus zu seiner nächsten öffentlichen Sitzung zusammentritt, dann steht auch das Thema Oberschule auf der Tagesordnung. Konkrete Anträge wurden aber noch nicht gestellt, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Allein die demografische Entwicklung könnte dafür sorgen, dass das Ganderkeseer Gymnasium in einigen Jahren nicht mehr ein qualitativ so hochwertiges Angebot vorhalten kann, sagte Ehlers. Ein zusätzlicher gymnasialer Zweig könnte die Problematik verschärfen. Genaue Zahlen gebe es jedoch nicht.

Dadurch, dass die Oberschule schon zum 1. August eingeführt werden soll, entstehe ein erheblicher Druck, bedauerte Ehlers. Um eine sichere Datenbasis zu bekommen, wäre eine Elternbefragung wünschenswert. Die kostet allerdings Zeit. Diese Zeit könnte dadurch gewonnen werden, dass die Oberschulen zunächst ohne gymnasialen Zweig starten. Er könnte auch noch Jahre später nachgerüstet werden.