GANDERKESEE - „Mehr als die Hälfte unserer Schüler zeigt Verhaltensauffälligkeiten!“ Diana Hettwer, Leiterin der Oberschule Ganderkesee, redete am Mittwochabend Klartext, als es im Ausschuss für Schule, Jugend und Sport um die Stärkung der Schulsozialarbeit ging. Und ihr engagierter Vortrag blieb nicht ohne Wirkung: Einstimmig empfahlen die Politiker, nicht nur in Bookholzberg, sondern auch in Ganderkesee an der Oberschule zusätzlich eine(n) Sozialarbeiter(in) einzustellen. Die gute Nachricht lieferte der Erste Gemeinderat Rainer Lange hinterher: Die halbe Stelle gebe der Stellenplan noch her, es müssten keine Mittel dafür im Nachtragshaushalt gesucht werden.

„Kinder müssen heute funktionieren“, beschrieb Diana Hettwer die Lage, „aber das tun sie nicht immer.“ Zunehmend seien sie und ihre Kollegen mit Grenzüberschreitungen oder Respektlosigkeit konfrontiert, gelegentlich auch mit Vandalismus. „Wir Lehrer kommen da an unsere Grenzen“, gab Hettwer zu. Im Übrigen sei die Aufgabe der Lehrer vor allem, die Schüler zum bestmöglichen Abschluss zu führen. Sozialarbeiter hätten ganz andere Prioritäten und müssten gelegentlich auch als Elternersatz fungieren.

Die eindringliche Schilderung der Schulleiterin beeindruckte die Ausschussmitglieder. „Es gibt mehr Bedarf als nur eine halbe Stelle“, glaubt Jens Gause (Grüne). Und Marion Daniel (FDP) sieht es „eigentlich als Aufgabe des Landes, Schulen ordentlich auszustatten mit zeitgemäßer Sozialpädagogik.“ Elke Röhl (CDU) schließlich wünschte der Oberschule „viel Erfolg.“