GANDERKESEE - Alice Gerken-Klaas wollte es genau wissen. „Wer snackt denn hier Platt?“, fragte die Bürgermeisterin am späten Montagnachmittag im Sitzungssaal in die Runde. Bemerkenswert viele Finger – auch von Kindern – gingen nach oben. Kein Wunder, denn im Ratssaal wurde das Finale des ersten „Wettstriet“ im Rahmen der Plattdüütschen Week 2011 ausgetragen. 23 Viertklässler hatten den Hut in den Ring geworfen.

Ursprünglich hatten sich sogar mehr als 30 Schüler angemeldet, doch „wegen Lampenfiebers“ hätten einige zurückgezogen, wusste Mitorganisatorin Meike Saalfeld. Alle Ganderkeseer Grundschulen waren mit jeweils vier bis sechs Teilnehmern vertreten. Einzige Ausnahme: die Grundschule Heide. Da sei eine Parallelveranstaltung gelaufen, wusste Saalfeld.

Die Teilnehmer hatten für ihren Vortrag unter drei Texten wählen können. Klare Favoriten: eine Katzen-Geschichte („Ach, du hest dat goot!“) und eine Geschichte über ein unerwartet großzügiges Geburtstagsgeschenk („De Prolinen“), in die mit der als „bannig spoorsom“ geltenden Oma aus Ganderkesee sogar etwas Lokalkolorit eingebaut war.

Das Prozedere an diesem Nachmittag: Die Teilnehmer stellten sich zunächst in kleinen Gruppen den Juroren. Die besten neun Vorleser kamen schließlich ins Finale.

Bis zu 30 Punkte hatten die Juroren für jeden Vortrag vergeben können. Wobei drei Bereiche gleichrangig nebeneinander standen: die Aussprache des Platt, Sinnerfassung/Betonung und Lesetechnik (Tempo, Deutlichkeit).

Im Finale punkteten Johanna Struthoff, neun, aus der Grundschule Lange Straße am erfolgreichsten. Platz zwei ging an Mika Braunholz, Platz drei an Melissa Spillert. Auf die nachfolgenden Ränge kamen die Finalisten Ina Timmermann, Pia Buckmann, Finja Meyer, Pia Drieling, Mirco Timmermann und Maite Ziegeler.

Bei der Siegerehrung bat die Bürgermeisterin alle Teilnehmer nach vorn – und honorierte den Einsatz aller mit kleinen Sachpreisen.