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Plattdüütsche Week Sprachpflege von der Basis aus

GANDERKESEE - Plattdüütsch leevt – jedenfalls die Gemeinde Ganderkesee kann mit Fug und Recht für sich beanspruchen, eine Menge für den Erhalt der Regionalsprache zu tun. Ein Baustein dieser Bemühungen ist seit nunmehr drei Jahren die „Plattdüütsche Week“, die im jährlichen Wechsel schwerpunktmäßig für Erwachsene und für Kinder angeboten wird.

Vom 7. bis zum 11. November sind wieder die „Kleinen“ aufgerufen, sich mit der plattdeutschen Sprache auseinanderzusetzen. Und das sollen schon Kinder im Vorschulalter: „Gifft dat egens Brummers, de na Worteln smecken doot?“ haben die Organisatoren der „Lüttjen plattdüütschen Week“ eine Vorleseaktion überschrieben, die in den Kindertagesstätten der Gemeinde stattfinden wird. Ehrenamtlich engagierte Plattsnacker werden die gleichnamige Geschichte vorlesen und ihren kleinen Zuhörern den „Haas Nulli“ und den „Poggen Priesemut“ vorstellen, die sich zum gemeinsamen Mahl verabredet haben.

Viele Vorleser hätten sich schon bereit erklärt, auch in diesem Jahr wieder an der Aktion mitzuwirken, berichtet Meike Saalfeld von der Gemeindeverwaltung. „Aber weitere Interessierte sind herzlich willkommen, sich bei mir zu melden.“ Zu erreichen ist Meike Saalfeld im Rathaus unter Telefon 04222/4 46 10.

Sorgen, dass sie den Ansprüchen ihrer Zuhörer nicht gerecht werden können, brauchen sich die Freiwilligen nicht zu machen. Am 1. November wird die Leiterin der Gemeindebücherei, Sigrid Kautzsch, die Vorleser schulen und sie mit den nötigen Techniken vertraut machen.

Zwei feste Vorlesetermine können sich interessierte Eltern und Großeltern bereits notieren: Am Mittwoch, 9. November, liest ab 15.30 Uhr Elke Mestemacher in der Gemeindebücherei, und am Donnerstag, 10. November, Margrit Wöbse in der Zweigstelle in Bookholzberg.

Ebenfalls am Donnerstag, 10. November, wird in der Grundschule Bookholzberg eine Erfolgsveranstaltung aus dem Vorjahr wiederholt: René Schack, Schauspieler am Oldenburgischen Staatstheater, wird wieder in diverse Tierkostüme schlüpfen und das Stück „De lütte Zoogeschicht“ präsentieren.

„Voriges Mal kamen die Kinder im Süden der Gemeinde zum Zuge, dieses Mal ist der Norden dran“, erklärt Dirk Wieting, Plattdeutsch-Beauftragter der Gemeinde. Eingeladen sind alle Zweitklässler der Grundschulen Bookholzberg, Schierbrok und Heide. Gefördert wird die Vorstellung von der Oldenburgischen Landschaft, so dass der Eintritt für alle Kinder frei ist.

An ältere Grundschüler sowie an alle, die bereits weiterführende Schulen besuchen, richtet sich eine weitere Aktion der Plattdüütschen Week: der Lääswettstriet. Schon nach den Sommerferien war über die Grundschulen dazu aufgerufen worden, sich zu beteiligen. Jeweils drei Textvorschläge wurden für die dritten und vierten Klassen zur Verfügung gestellt.

Ausdrücklich erwünscht ist darüber hinaus die Teilnahme von Schülern ab Klasse fünf. Dirk Wieting hat an den weiterführenden Schulen persönlich für den Wettbewerb geworben und hofft, dass auch ältere Jugendliche sich im Vorlesen messen wollen – wobei der Wettkampfgedanke nicht alles sein soll: „Das Wichtigste ist, dass die Teilnehmer Spaß am Lesen haben“, sagt Angela Hillen, Plattdeutsch-Beauftragte des Kreises. Bei der Textauswahl ist Hillen wie auch Wieting und Saalfeld gerne behilflich.

Den Auftakt zum Wettbewerb machen am Montag, 7. November, ab 14.30 Uhr die Viertklässler, bevor einen Tag später zur gleichen Uhrzeit die Schüler der dritten Klassen an der Reihe sind. Am Mittwoch, 9. November, ab 17 Uhr werden alle ab Klasse fünf lesen. Anmeldungen nehmen die Schulen und Maike Saalfeld entgegen.

Nicht nur für kleine

Ganderkeseer bietet die „Lüttje plattdüütsche Week“ Programm, sondern auch für die großen: Am Mittwoch, 9. November, liest Matthias Stührwoldt, Biobauer und Vater von fünf Kindern aus Schleswig-Holstein, ab 20 Uhr in der Gemeindebücherei aus seinem Buch „Schnack vernünftig mit mi“.

Mit viel Witz

und (Selbst-) Ironie beschreibt Stührwoldt sein ganz und gar nicht langweiliges Leben auf dem Land. Er bildet dabei stets mit einem Augenzwinkern Glücksmomente und Missgeschicke seines bäuerlichen Alltags ab, hat aber immer auch die ganze Welt auf dem Kieker.

Seine Leser

zu unterhalten, beschreibt der Landwirt als seine primäre Intention. Aber es gibt noch eine weitere: „Ich beschreibe eine Welt, die langsam zu verschwinden droht, und ich will, dass sie wahrgenommen wird. Dann wird die bleiben, weil sie eine Rolle spielt“, sagt Stührwoldt.
Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee
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