GANDERKESEE - „He-Gu“ und „Zu-San-Li“ waren keine Unbekannten für Carmen Hezemans: Als Physiotherapeutin ist die Ganderkeseerin mit den am häufigsten verwendeten Akupunkturpunkten natürlich vertraut. Jetzt jedoch weiß die 43-Jährige darüber noch viel mehr und hat gleichzeitig auch allerhand erfahren über das chinesische Schulsystem oder den Studentenalltag an der Universität Nanjing und die Feinheiten der fernöstlichen Küche.
„Das war eine wirkliche Bereicherung“ – so lautet Hezemanns Fazit eines vierwöchigen Praktikums in traditioneller chinesischer Medizin. Das Besondere daran: Es fand zwar nicht in China statt – jedoch auf Malta. Die kleine Insel im Mittelmehr und das große Land der Mitte haben 1993 eine Kooperation im Gesundheitsbereich vereinbart; seitdem schickt China Ärzte der Universität Nanjing für jeweils zwei Jahre nach Malta.
Bei Dr. Xu und Dr. Ding oder deren Kollegin Dr. Zhou hat Carmen Hezemans aber nicht nur Akupunktur oder die chinesische Massage Tuina ausgiebig gelernt und praktiziert. „Wir haben auch sehr viel über Privates gesprochen“, berichtet sie. So sei es regelrecht zu einem Kulturaustausch gekommen. „Die Chinesen sind unheimlich interessiert an Deutschland und wollten alles wissen.“
Der „besondere Humor“, gepaart mit „tiefer Ernsthaftigkeit“ der Mediziner aus der ostchinesischen Millionenstadt hätten schnell zu einem warmherzigen Verhältnis zwischen Ärzten und Praktikanten beigetragen, erzählt die Ganderkeseerin. Aber auch zur maltesischen Bevölkerung fanden sowohl die Chinesen als auch Hezemans und ihre Schweizer Mitpraktikantin Susanne leicht Kontakt. Die Einheimischen wollten ebenfalls viel wissen vom Alltagsleben in Deutschland. Dass die Kommunikation, auch mit den Chinesen, auf Englisch stattfand, hatte nebenbei, so Hezemans, „einen weiteren Lerneffekt“.
Gearbeitet wurde natürlich auch: In einem öffentlichen Gesundheitszentrum und einer Privatklinik wurden die Praktikantinnen eingesetzt, außerdem einmal pro Woche im Krankenhaus der Nachbarinsel Gozo. Und überall waren die erfahrenen Ärzte aus China dabei. „Wir konnten ihnen immer auf die Finger gucken“, schwärmt Carmen Hezemans. Bei Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad „blieb zum Glück aber auch noch Zeit für den Strand“. Urlaub war es trotzdem nicht. Den musste vielmehr ihr Mann nehmen: Der betreute in den vier Wochen zuhause die drei Kinder . . .
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„Schulexpress“ macht Schule
VerkehrssicherheitProjekt geht in Ganderkesee ins zweite Jahr
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Weitere Eltern sollen für die Aktion motiviert werden. Freitag erwarten Lehrer die Kinder an den Treffpunkten.
Von Hergen Schelling
Ganderkesee „Das wird weiter Schule machen“, davon ist Elke Mehner ziemlich überzeugt. Die Rede ist vom „Schulexpress“: Die Aktion für mehr Schulwegsicherheit, die vor einem Jahr in Ganderkesee angeschoben wurde, feierte jetzt auch in Wildeshausen Premiere. Und in Bremen, woher die Ganderkeseer im vergangenen Jahr die Idee „importierten“, läuft das Modell mittlerweile an 15 bis 20 Schulen, weiß Elke Mehner.
In Ganderkesee sind die beiden Grundschulen Lange Straße, wo Mehner stellvertretende Fördervereins-Vorsitzende ist, und Dürerstraße beteiligt. Dort ist Silke Schäfer Ansprechpartnerin, und die sieht durchaus noch Verbesserungsbedarf: Nach den Sommerferien sei der „Schulexpress“ noch nicht wieder so recht in Schwung gekommen, meint sie. „Vielleicht stehen nicht alle Schilder an den richtigen Stellen.“
Blaue Schilder markieren die Treffpunkte, von denen aus die Ganderkeseer Grundschüler, vornehmlich die ganz Kleinen aus den ersten und zweiten Klassen, gemeinsam den restlichen Weg zur Schule zurücklegen können – zu Fuß oder mit dem Rad. Eltern können ihre Kinder auch mit dem Auto zu den Treffpunkten bringen. Den Initiatoren kommt es darauf an, dass die Kinder wenigstens einen Teil ihres täglichen Schulweges aus eigener Kraft zurücklegen.
Die Kinder in Bewegung zu bringen, ihre Eigenverantwortlichkeit und ihr Sozialverhalten zu fördern: Das waren und sind die Ziele der Aktion „Schulexpress“. Und die Anzahl der „Mama-Taxis“ vor den Grundschulen sollte gesenkt werden. Das ist bereits gelungen: „Die Verkehrssituation vor der Schule hat sich entspannt“, hat Rita Wieneke, Schulleiterin an der Langen Straße, beobachtet. Trotzdem werde man zusammen mit dem Verkehrssicherheits-Beamten der Polizei die Lage weiter beobachten.
Die Schulen, deren Fördervereine und die Polizei wollen aber auch weitere Eltern motivieren, den „Schulexpress“ zu nutzen: Am Freitagmorgen stehen Lehrer und Eltern an den Treffpunkten und begleiten die Kinder zur Schule, die Polizei verteilt Warnwesten. Schulische Aktionen wie Tornister-Wiegen runden das Angebot ab.
