GANDERKESEE - Mehr als 10 000 Jungen und Mädchen erhalten in Niedersachsen vor der Einschulung Sprachförderung. Auch an den Grundschulen der Gemeinde Ganderkesee werden beim Test des Sprachvermögens vor der Einschulung oft Defizite festgestellt. 40 Kinder, die im nächsten Jahr ins Schulleben starten, nehmen zurzeit am Sprachförderungsprogramm teil, so Regierungsschuldirektor Klaus Kapell über die Situation in der Gemeinde.
Sowohl an der Grundschule Dürerstraße als auch an der Grundschule Lange Straße brauchen 20 Prozent der Kinder eine gezielte Förderung. Dieser Wert sei in den letzten Jahren konstant geblieben, betonen die Schulleiter Frank von der Aa und Rita Wieneke. „Ein Sechstel der Kinder zeigte bei dem Test sprachliche Defizite“, berichtet Konrektorin Sandra Schumacher-Achenbach über die Situation an der Grundschule Heide. Dies sei ein höherer Wert als in den Vorjahren. Ähnlich ist die Lage an der Grundschule in Bookholzberg. Auch an den Grundschulen Schierbrok und Habbrügge benötigt ein geringer Prozentsatz der Vorschulkinder sprachliche Förderung. „Diese Kinder werden individuell gefördert“, betont Andrea Selke, Leiterin der Grundschule Habbrügge.
Damit die Kinder nicht hinter ihre Klassenkameraden zurückfallen, hat die Landesregierung das Programm „Fit in Deutsch“ entwickelt. Für die gezielte Förderung der Kinder werden zusätzliche Lehrerstunden zur Verfügung gestellt, um die Probleme zum Beispiel beim Wortschatz und der Grammatik anzugehen. „Das Programm greift“, da sind sich die Schulleiter einig. „Wir bekommen positive Rückmeldungen von Eltern und Lehrern“, sagt Frank von der Aa. „Eigentlich müssten noch mehr Kinder gefördert werden“, betont Dörte Lorenz, Leiterin der Grundschule Bookholzberg. Die Kinder hätten zwar Defizite, seien aber zu gut für das Testverfahren. Positiv sei jedoch, dass die Förderung von einem halben auf ein ganzes Jahr verlängert wurde, erklärt Sandra Schumacher-Aschenbach.
„Betroffen sind vor allem Kinder mit Migrationshintergrund“, sagt Frank von der Aa, Rektor der Grundschule Dürerstraße. Aber es gebe auch Kinder aus deutschen Familien mit massiven sprachlichen Defiziten. Grund dafür sind nach Ansicht von Dörte Lohrenz fehlende sprachliche Anregung und mangelnde sprachliche Vorbilder. Für die Sprachentwicklung der Kinder sei es wichtig, dass sie vorgelesen bekommen. In diesem Zusammenhang lobt sie noch einmal das Engagement der Lesepaten und der Lesekiste. Auch an der Grundschule Dürerstraße weiß man, wie wichtig Lesen ist. Für die Kinder wurde extra eine Lesehöhle eingerichtet.
