GANDERKESEE - Die Schule kooperiert mit dem Gartenbaubetrieb Volker Kreye. Beide Seiten profitieren von dem Projekt.
von daniela greulich
GANDERKESEE - Sand schaufeln, Graben ausheben, Höhen ausmessen – der „Schulalltag“ sieht für Dennis Holschen (15), Timo Hellwig (14), Eugen Tissen (16) und Dennis Hein (14) diese Woche anders aus als üblicherweise. Die vier Neuntklässler der Ganderkeseer Schule am Habbrügger Weg bauen während eines Praktikums die Einfriedung, so genannte „Fallschutzborde“, für das Beachvolleyballfeld auf dem Schulhof, das bereits während der Projekttage vor drei Wochen angelegt worden war.Die Gemeinde Ganderkesee hat die Arbeiten – ein Teilprojekt der Gesamtmaßnahme „Schulhofumgestaltung“ – an den Ganderkeseer Garten- und Landschaftsbaubetrieb Volker Kreye vergeben. Dirk Rogge, einer der fünf Auszubildenden des Betriebs, leitet die Arbeiten vor Ort und zeigt den Schülern die richtigen Handgriffe.
Von der Zusammenarbeit profitieren sowohl Betrieb als auch Schule. Die Schule wolle den Jugendlichen wirklichkeitsnahe Lernsituationen bieten, „in denen nicht abstrakt, sondern in wirklichen, echten Problemzusammenhängen gelernt und gehandelt wird“, so Norbert Klüh, Mitglied der Schulleitung. Im vergangenen Jahr hatte es bereits ein ähnliches Projekt gegeben, bei dem die Schüler, ebenfalls mit Hilfe der Firma Kreye, einen Fahrradparkplatz gebaut hatten. „Da haben wir gute Erfahrungen gemacht“, sagte Klüh. Auch für den Betrieb bietet die Zusammenarbeit Vorteile, da der Auszubildende Dirk Rogge lerne, eine Baustelle zu organisieren und zu leiten, berichtete Volker Kreye. Sowohl Schülern als auch Auszubildendem macht die Arbeit Spaß, versicherten die Beteiligten gestern – auch wenn die ungewohnte Tätigkeit bereits am zweiten Tag Muskelkater nach sich zog.
Um einen Praktikumsplatz auf der Baustelle zu erhalten, mussten sich die Schüler schriftlich bewerben – ihre Klassenkameraden nehmen währenddessen am regulären Unterricht teil. Nach der erfolgreichen Teilnahme bekommen die vier ein Praktikumszeugnis ausgehändigt. Neben der Einfriedung für das Beachvolleyballfeld heben die Jugendlichen auch eine Mulde neben dem Hartplatz aus, in der sich das Regenwasser sammeln und nach und nach versickern soll.
Das Projekt dient der konkreten Berufsorientierung – alle vier Praktikanten streben nach der zehnten Klasse den Hauptschulabschluss an –, soll die Eigeninitiative fördern und neue Erfahrungen bringen. Nach dem Projekt im vergangenen Jahr absolvierte ein Schüler später sogar ein Praktikum in dem Garten- und Landschaftsbaubetrieb.
Und noch einen weiteren Vorteil bietet das Projekt: Die aktive Mitarbeit fördere die Identifikation der Jugendlichen mit der Schule, so Klüh, und solle so auch der Zerstörung der Anlagen vorbeugen.
