GANDERKESEE - Die Elternvertretungen der Grundschulen Lange Straße und Dürerstraße organisieren das Projekt. Es soll sich zu einem Selbstläufer entwickeln.

von daniela greulich

GANDERKESEE - Wenn die „Elterntaxis“ morgens ihre Kinder zur Schule bringen und mittags wieder abholen, herrsche vor dem Eingangsbereich ein wahres Autochaos, sagt Claudia Holst, Vorsitzende des Elternrates der Grundschule Lange Straße. Da werde „rücksichtslos rangiert“, hat auch Else Löw, Vorsitzende des Elternrates der Grundschule Dürerstraße, beobachtet. Mehr Sicherheit werde so zu weniger Sicherheit. Ab sofort soll sich das an beiden Schulen ändern: durch den „Schulexpress“.

Idee des Projektes ist es, dass die Mädchen und Jungen den Schulweg in Kleingruppen gemeinsam zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen. Dafür treffen sie sich an leuchtend blauen „Schulexpress“-Schildern, die im Ort Ganderkesee aufgestellt worden sind. Elf Schilder stehen schon, zwei weitere sollen noch an Masten montiert werden. Sobald drei bis vier Kinder am Trefffpunkt eingetroffen sind, geht eine Gruppe los.

Der „Schulexpress“ solle sich zu einem Selbstläufer entwickeln, sagen Holst und Löw. Man wolle die Eltern allerdings nicht aus der Pflicht nehmen, ihre Kinder gemeinsam mit der Schule über den Straßenverkehr aufzuklären.

Eine Elterninitiative aus Bremen-Borgfeld hatte das Projekt entwickelt. Im November vergangenen Jahres hatte die Initiative bei den Elternvertretern der Langen Straße nachgefragt, ob sie sich nicht an der Aktion beteiligen wollten. „Wir fanden das toll“, sagt Holst. „Die Idee ist simpel, aber wirksam.“ Die Elternvertreter der Dürerstraße entschieden sich, auch mitzumachen.

Doch die Umsetzung war eine Menge Arbeit. Die Elternvertreter warben für das Projekt in Kindergärten, in den Grundschulen Lange Straße und Dürerstraße und deren Kollegien sowie bei der Gemeinde. Sie verteilten an die Eltern 800 Fragebögen, um Schwachstellen auf den Wegen der Kinder zur Grundschule herauszufinden. „Ich kenne jetzt jeden Straßennamen“, so Löw schmunzelnd.

„Wir haben überall offene Türen eingerannt“, beschreibt Holst die Reaktionen auf die Aktion und benennt die Vorteile. Die Kinder kämen – altersübergreifend – sicher zur Schule und hätten jeden Tag Bewegung an der frischen Luft. Das sei gesund und fördere die Aufmerksamkeit. Unterwegs könnten sich die Mädchen und Jungen bereits austoben und austauschen, ergänzt Löw. So seien die Kinder entspannter. Und das Autochaos vor den Schulen entfällt auch.