GANDERKESEE - Ab und zu, erklärt Schulleiter Reiner Duzat, ziehe das Thema Tod in den Schulalltag ein. „Es kommt durchaus vor, dass mal ein Schüler stirbt“, weiß Duzat. Die Katenkamp-Schule ist eine Bildungseinrichtung der Lebenshilfe. Doch auch die Lebenshilfe kann nicht immer helfen. Manchmal sterben auch junge Menschen einfach.
Damit die Schüler und Schülerinnen verstehen, dass der Tod zum Leben dazu gehört, beschäftigen sich die Jungen und Mädchen nun im Rahmen einer Projektwoche mit den schwierigen Themen Abschied, Trauer und Tod. Der Psychologe der Schule, Ulrich Rohlfing, habe eine Auseinandersetzung mit diesem Themenkomplex empfohlen, erklärt Duzat.
Unter anderem werden die Schüler eine Grabbeilage gestalten und diese an das Grab eines verstorbenen Schülers bringen. Auf dem Programm steht außerdem ein Besuch des Friedwaldes in Hude. Auch dort befindet sich die Grabstelle einer verstorbenen Schülerin.
Die Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs und 18 Jahren sollen einen Einblick in ein Bestattungsinstitut in Ganderkesee bekommen. Von Pastor Michael Kalisch werden sie im Laufe der Woche durch die Ganderkeseer Friedhofskapelle geführt. Zum Ende Abschluss soll es eine Vorlesestunde zum Thema Abschied, Trauer und Tod geben. Zuletzt ist eine Filmvorführung geplant. Die Kinder und Jugendlichen schauen sich „Willi wills wissen“ an.
Zum Auftakt der Projektwoche am Donnerstag stand ein Theaterstück auf dem Programm. Das mobile Ensemble „Thea T ins Blaue“ war mit dem Stück „Gehört das so?! Die Geschichte von Elvis“ in die Katenkamp-Schule gekommen. „Thea T ins Blaue“ ist eine Theatergruppe aus Bremen. Sie produziert in Kooperation mit dem Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche.
Das Stück „Gehört das so?!“ basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Peter Schössow. Das fesselnd illustrierte Buch hat 2006 den deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen.
Es geht dabei um ein Mädchen, das mit finsterer Miene durch den Park schlendert und wahllos fremde Leute anpflaumt. Das Mädchen versteht die Welt nicht mehr. Sein Problem: „Elvis ist tot“. Nein, es geht nicht um die RocknRoll-Legende, sondern um einen kleinen Vogel, dessen Tod das Mädchen nicht versteht. Sie fragt sich: „Gehört das so?!“
Ernste, stille Momente wechselten sich ab mit herzerwärmender Komik und pfiffigem Witz.
Das Stück beginnt auf einer Parkbank. Die Geschwister Jan und Lisa treffen sich wieder, weil ihr Opa gestorben ist. Der Großvater hat ihnen einen Koffer hinterlassen – in dem steckt auch die Geschichte von Elvis. Mit verschiedenen Elementen, darunter auch Puppenspiel, verliehen die Schauspieler Frank Stuckenbrok und Marion Witt der Aufführung einen besonderen Charme. Witt ist zugleich Regisseurin und für Bühnenfassung und Figurenbau zuständig. Bei den jungen Zuschauern kam die Mischung aus Humor und ernstem Kern gut an.
