GANDERKESEE - „Traurig stelle ich es mir vor, für immer auf der Straße zu leben“, sagt der 11-jährige Dennis. Er ist Schuhputzer – und zwar in der Gemeinde Ganderkesee. Das Leben auf der Straße ist hart, auch für seinen Freund Lazlo, ebenfalls 11 Jahre alt. Wie Dennis putzt auch er Schuhe. Die beiden Schüler leisten so ihren Beitrag zu einem Schulprojekt und finden, dass ihr Geschäft nicht besonders gut läuft. Lediglich vier Paar Schuhe hätten sie Freitagfrüh von 8 bis 10 Uhr putzen können und dadurch 15 Euro eingenommen, berichtet Dennis. Leben könne man davon wohl nicht.

Zum Glück mussten Dennis und Lazlo nur diesen einen Tag draußen in der Novemberkälte verbringen. Mit ihrer Aktion „Straßenkind für einen Tag“, unterstützen die Jahrgangsstufen fünf bis acht der Realschule Ganderkesee das Projekt „Kinder von Mosambik“ des Kinderhilfswerkes terre des hommes. Das Geld, insgesamt 772 Euro, das Dennis und Lazlo, sowie die rund 70 anderen Schüler durch Schuhe putzen, Spenden und den Verkauf von Handarbeiten am Freitag eingenommen haben, kommt dem Projekt zu Gute.

Cimberly und Jenny verkauften selbst gebastelte Armbänder und Ketten. Acht Euro haben sie damit in den ersten beiden Stunden eingenommen, berichtet Jenny. Aber es gab auch schon ärger, sagt sie: „Ein älterer Mann hat sich beschwert, was uns einfällt ihn anzusprechen, und das wir ihn abzocken würden – das war nicht besonders schön.“ Für immer auf der Straße zu leben, dass könnte sich Cimberly nicht vorstellen: „Ich glaube ich würde mich totfrieren, und das obwohl ich eine Jacke habe.“

Andere Aufgaben wie Cimberly und Jenny übernahmen die Schüler des Politik-Kursus der achten Klassen. Sie machten auf die Kinderrechtskonventionen von 1989 aufmerksam. Simon Scheer: „Es gibt über 80 Millionen Kinder, die auf der Straße leben. Das sind zu viele.“ Michael Eberle fügt an, dass „jedes Kind ein Recht auf Bildung und eine gewaltfreie Erziehung haben müsse“. Darüber aufzuklären, das seien die Ziele der Aktion gewesen. Die Schüler wollen mit dem Geld einigen Kindern ein besseres Leben ermöglichen. Das ist ihnen gelungen. Noch am selben Tag hat Lehrerin Barbara Wessels das Geld an terre des hommes überwiesen.