GANDERKESEE - Die Beteiligung an den Nachmittagskursen ist weiter steigend, sagt Rektor Hüneberg. Er hebt die individuellen Möglichkeiten für die Schüler hervor.
Von Hergen Schelling
Ganztagsschule in Ganderkesee – das ist ein weites Feld: An der einen Schule ist der Nachmittagsunterricht verpflichtend, an der anderen freiwillig, und an der nächsten ist es ein Mix aus beidem; hier wird nachmittags weiter in Klassen unterrichtet, dort sind die Klassenverbände aufgelöst; die Förderschule ist ab Klasse 7 komplett auf Ganztagsunterricht umgestellt, beim Gymnasium hingegen müssen die jüngeren Jahrgänge gesondert berücksichtigt werden, weil sie ja schon ein Jahr früher das Abitur machen und ohnehin mehr Nachmittagsunterricht haben; es gibt jahrgangs-, klassen- und schulformübergreifende Kurse . . .
„Selbst für mich ist es gar nicht einfach, den Überblick zu behalten“, gesteht Anja Peters. Die Sozialpädagogin ist am Steinacker zuständig für die schulformübergreifenden Angebote am Nachmittag. Dafür werden zurzeit weitere Kursleiter gesucht (siehe Info-Kasten). Inhaltliche Auffrischung kann nicht schaden, denn laut Anja Peters sind die Teilnehmerzahlen an den schulformübergreifenden Kursen leicht rückläufig. Dass das Interesse am Ganztagsunterricht generell zurückgeht, kann Peters indes nicht bestätigen. „Vielleicht sind die Anmeldezahlen im zweiten Halbjahr etwas niedriger“, meint sie, „weil wohl zum Schuljahresbeginn die Neugier einfach größer ist.“
Auch Realschulrektor Joachim Hüneberg bestätigt die nach wie vor positive Entwicklung: Gut 50 Prozent der zurzeit 490 Realschülerinnen und -schüler nutzen nach seinen Angaben die Nachmittags-Angebote. Die Tendenz sei kontinuierlich steigend, auch nachdem – oder vielleicht weil – an der Realschule das Nachmittagsangebot mittlerweile komplett auf freiwilliger Basis läuft. Die meisten Ganztagsschüler kommen ein- oder zwei Mal in der Woche, manche auch drei oder vier Nachmittage. „Das kann sich jeder individuell zusammenstellen“, betont Hüneberg, „und das wissen Kinder und Eltern zu schätzen, weil es den Bedürfnissen der Familien entgegenkommt“. Anfang dieser Woche stellten Hüneberg und Hauptschulrektor Burkhard Lindner den künftigen Fünftklässlern und deren Eltern ihre Schulen und die jeweiligen Ganztagskonzepte vor.
Für das Schuljahr 2007/2008 soll das Ganztagsangebot an der Realschule noch stärker auf die Bedürfnisse der Schüler abgestimmt werden. Die neuen Fünftklässler haben nachmittags die Möglichkeit der individuellen Förderung, und für ältere Schüler, die schon jetzt bei der Hausaufgabenbetreuung mithelfen, soll es so genannte Qualitätszirkel geben, in denen sie besonders intensiv gefördert werden, kündigte Hüneberg an. Auch Kurse zur Berufsvorbereitung werden im Angebot einen breiteren Raum einnehmen.
