GANDERKESEE - Am Mittwoch landete Laura Breitkopfs Flugzeug in Bremen. Jetzt öffnet die 16-Jährige die Tür, müde schaut sie aus. In ihrem Zimmer liegen zwei große Koffer, noch vollgepackt mit Kleidung und ein paar Erinnerungsstücken. Erinnerungen an ein Jahr USA.
„Erst war ich zwei Monate in einem kleinen Dorf in Missouri, dann zwei Monate in einem anderen Dorf ein paar Meilen weiter. Später war ich für drei Wochen in Arkansas und zum Schluss ein halbes Jahr in Texas“, zählt Laura auf. Warum sie so oft den Ort gewechselt hat? „Ich musste meine Gastfamilien wechseln“, antwortet sie knapp.
Ihre erste Gastfamilie lebte mit drei kleinen Kindern in einem Trailor, erzählt sie dann. „Das war wie eine Art Container.“ Ihre Gasteltern hatten kaum Geld: „Frühstück gab es gar nicht, Mittagessen musste ich mir selber besorgen, und wenn ich abends nur später heim kam, war das Abendessen schon weg.“
Nach zwei Monaten hatte Laura genug und wechselte in die Familie einer Schulfreundin – eine sehr religiöse Familie. „Sie gingen zwar bloß einmal in der Woche zur Kirche, aber das Denken war sehr konservativ.“ Das wurde zum Problem, als Laura ihren Freund Adam kennenlernte. Nur unter Aufsicht durften die beiden Händchen halten. Doch eines Tages stand ihre Betreuerin in der Tür und Laura musste innerhalb von einer halben Stunde die Koffer packen. Gerüchten zufolge habe sie sich nicht an diese Absprache gehalten.
Laura kam nach Houston. Ihre neue Gastmutter war nett, nur leider gab es keine Schule in der Nähe, die sie aufnehmen wollte. Drei Wochen verbrachte sie vor dem Computer, um im Internet eine neuen Bleibe zu finden. Die fand sie in der texanischen Großstadt Houston. „Mein ältester Gastbruder war im Jahr zuvor in Ganderkesee im Schüleraustausch gewesen. Damals wohnte er bei meiner besten Freundin.“
Die neue Gastfamilie war ein Glückstreffer, die neue Schule hingegen weniger. „Ich kam gegen 16 Uhr nach Hause und musste dann noch bis 22 Uhr Hausaufgaben und Projektarbeiten machen.“ Gelernt hat sie dort dennoch nicht soviel, wie ihre Klassenkameraden in Deutschland. Nach den Sommerferien wird sie eine Jahrgangsstufe tiefer, in der 10. Klasse, weiter machen.
Dennoch: „Ich würde wieder ins Ausland gehen“, erklärt sie überzeugt. „nur dann in ein anderes Land.“
