GANDERKESEE - GANDERKESEE - Eine Vorreiterrolle im Bereich der Suchtprävention nimmt die Schule am Habbrügger Weg schon länger ein. Bereits beim Wettbewerb „Rauchfrei in Niedersachsen – Schulen machen mit“ gewann der eigens dafür eingerichtete Arbeitskreis um Konrektor Stefan Ploch den ersten Preis. Nun gehört die Förderschule aus Ganderkesee wieder zu den Pionieren, denn sie beteiligt sich als erste niedersächsische Schule am Mitmach-Parcours „KlarSicht“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Gestern wurde die Aktion gegen Tabak und Alkohol am Habbrügger Weg vorgestellt. Bürgermeister Gerold Sprung machte sich vor Ort einen Eindruck von dem Programm und lobte die gute Zusammenarbeit von Gemeinde und Schule bei der Suchtprävention. „Zur Kriminal- und Suchtprävention sind Netzwerke unabdingbar. Deshalb hat unsere Gemeinde 1998 einen Präventionsrat gegründet, an dem auch Lehrer der Förderschule beteiligt sind“, so Bürgermeister Sprung.

Das Projekt „KlarSicht“ soll Schüler der Klassen 7 bis 12 über Gefahren von Tabak- und Alkoholkonsum informieren. Die Förderschule aus Ganderkesee nimmt als erste Schule Niedersachsens an der Aktion teil. Der neue Ansatz der Suchtprävention versucht, die Schüler auf spielerische Weise zu erreichen. Wichtigster Aspekt des „KlarSicht“-Parcours ist folglich das Lernen durch Interaktion. Zum Beispiel mit dem „Drunk-Buster“: Schüler setzen dabei eine Brille auf, mit der die Wahrnehmung und Koordinationsfähigkeit eingeschränkt wird. Ähnlich wie bei einem Alkoholrausch. Das Motto lautet also: „Klar sehen – nichts vernebeln.“

„An unserer Schule leben es die Lehrer den Schülern vor“, berichtet Schulleiter Werner Köhler. Es werde nicht etwa „heimlich“ im Lehrerzimmer geraucht, sondern konsequent darauf verzichtet. „Wir wollen hier das oft inflationär gebrauchte Wort Prävention in die Praxis umsetzen“, erklärt Köhler. Es gehe schließlich nicht nur darum, Schüler zu unterrichten, man müsse sie auch über die Unterrichtszeit hinaus begleiten und auf ihre Probleme eingehen.

Diesen Anspruch hat auch Konrektor Stefan Ploch. Er ist vom „KlarSicht“-Projekt begeistert, weil es den Jugendlichen Suchtthemen „auf anschauliche und handlungsorientierte Weise“ präsentiert. „Mit dem erhobenen Zeigefinger lässt sich niemand vom Drogenkonsum abbringen“, meint Ploch. Er selbst unterrichtet eine neunte Klasse, in der sechs Schüler rauchen. „Wenn man sieht, wie konzentriert alle mitmachen, schlägt das Lehrerherz höher.“