GANDERKESEE - Das Kollegium hat es vorgemacht, jetzt kommen die Schüler. In der Haupt- und Realschule Ganderkesee wird das Fach Religion seit August gemeinsam unterrichtet. Weitere Zusammenlegungen im Zuge des neuen Konzeptes sollen folgen (die NWZ berichtete).
„Es ist nicht immer einfach, denn das Lernniveau zwischen Haupt- und Realschülern ist unterschiedlich“, berichtet Personalratsvorsitzender Wolfgang Lossie. Die Probleme seien erwartet worden und man müsse jetzt mit ihnen umgehen. Dabei gehe es vor allem darum, das gegenseitige Verständnis der Schüler zu wecken.
Seit einem Jahr arbeitet das Kollegium an der Zusammenführung der beiden Schulformen. „Wir finden es gut, dass die Lehrer den Anfang gemacht haben und das Konzept jetzt auf die Schüler übergeht“, sagt Elternratsvorsitzende Simone Nordbruch. Seitens der Eltern gebe es keine Bedenken, ihre Kinder könnten im Unterricht unter- oder überfordert werden.
„Damit sind wir bei einem Kernproblem“, sagt Rektor Joachim Hüneberg. Auf die Lehrkräfte komme die Aufgabe zu, die Stunden umzugestalten. Hauptschüler müssten folgen können und Realschüler Rücksicht üben. Die Hauptfächer Mathe, Deutsch und Englisch würden in jedem Fall weiter getrennt unterrichtet werden.
Wenn die Überlegungen der Schulleitung aufgehen, werden sich die „schwächeren“ an den Leistungen der „stärkeren“ Schüler orientieren. „Wir sind bei dem Prozess alle Lernende“, kommentiert der Rektor.
Schülersprecherin Helen Love aus der 10. Klasse beurteilt die Entwicklungen positiv: „Ich finde den Integrationsansatz gut. Und auch, dass es für beide Seiten Schülervertreter gibt“. Von Einzelfällen abgesehen, gebe es unter den Schülern im Allgemeinen keine Diskriminierung, berichtet Hüneberg.
Besonders für die pädagogische Arbeit bedeutet die Zusammenlegung eine Umstellung. Realschüler, die wegen schlechter Leistungen in die Hauptschule absteigen, könnten in der selben Klasse bleiben, so Hüneberg. Die Lehrkraft müsse sich indes mit schwierigen Schülern weiterhin auseinander setzen.
