GANDERKESEE - Eine neue Gesamtschule für den Landkreis Oldenburg – diese Diskussion ist nicht neu. Am Dienstag fiel nun im Kreistag die Entscheidung für den Antrag auf Einrichtung einer Integrativen Gesamtschule (IGS) in Wardenburg. Bei Ganderkeseer Eltern sorgt die Standortwahl für Enttäuschung und Kopfschütteln.
Entfernung zu weit
Melanie Engelbart, Mutter einer vierjährigen Tochter: „Ich würde mein Kind nicht nach Wardenburg zur Schule schicken.“ Sie findet vor allem die weite Entfernung problematisch: „Bei Krankheit oder Hitzefrei kann man sein Kind dann nicht mal schnell abholen.“ Auch Andrea Peters, Mutter eines achtjährigen Sohnes, findet die Entscheidung „sehr schade.“ Von Gesamtschulen halten die beiden Frauen aber generell sehr viel. Engelbart: „Gerade für Spätzünder ist diese Schulform ideal. Die Kinder können sich entwickeln und haben alle Möglichkeiten offen.“ Eine Gesamtschule innerhalb der Gemeinde Ganderkesee hätten die Freundinnen begrüßt.
Vor Ort sinnvoller
Eine Meinung, die von vielen Eltern geteilt wird. Für Meike Müller wäre die Entfernung ein echtes Problem: „Ich habe kein eigenes Auto zur Verfügung. Und bei dem weiten Weg würde ich meine Kinder ungern alleine losschicken“. Die Mutter von zwei Mädchen findet eine Gesamtschule vor Ort „sinnvoller“. Dennoch bleibt sie eine Befürworterin dieser Schulform. Ebenso Shiriban Salja. Die dreifache Mutter: „In Gesamtschulen werden Kinder nicht so schnell abgestempelt.“
Keine Förderung
Doch es gibt auch Gegenstimmen in Ganderkesee. Nicole Wessel, Mutter einer vier Monate alten Tochter: „Ich halte nichts von dieser Schulform. Meiner Meinung nach werden dort weder starke noch schwache Kinder richtig gefördert.“ Die Entscheidung für den Standort Wardenburg sei für sie deshalb kein Thema von Interesse
Für andere dafür umso mehr. Der Vorsitzende des Gemeindeelternrates, Sven Jochims, nahm die Entscheidung mit einem „ironischen Schmunzeln zur Kenntnis“. Öffentlich äußern möchte er sich zu dem Thema aber nicht mehr. Zu enttäuscht sei er von der örtlichen Politik. Nur soviel: „Die Entscheidung ist sicher kein Elternwille.“ Ähnlich äußert sich der Schulelternratsvorsitzende der Grundschule Heide, Frank Markmeyer. „Die Standortwahl ist meiner Meinung nach unlogisch. Dass Ganderkesee als bevölkerungsreichste Gemeinde nicht berücksichtig wurde, ist nicht fair.“
