GANDERKESEE/STEINKIMMEN - Der Rückgang ist augenscheinlich. 26 Sitze waren im Ganderkeseer Jugendparlament angedacht, als es im Dezember 2004 ins Leben gerufen wurde. Doch wenn die Interessenvertretung heute tagt, kommen kaum noch zehn Jugendliche. Allerdings: Dieser „harte Kern“ ist nicht gewillt, dem Schrumpfungsprozess tatenlos zuzusehen. Am Wochenende zog er sich in den Jugendhof Steinkimmen zurück – und empfahl nach Diskussionen einen Kurswechsel.
Das Jugendparlament sei von seinem Aufbau her eng mit dem Schulzentrum Ganderkesee verbunden, berichteten Vorsitzende Solveig Backhaus, 19, und Philipp Glahe, 18, sowie der zuständige Fachdienstleiter Norbert Budde. Ursprünglich sollten die Schulen entsprechend ihrer Schülerzahlen die „Parlamentarier“ stellen.
Indes: Man verstehe sich eben nicht als „Schülerparlament“ mit dem Nimbus einer Pflichtveranstaltung, betonte Glahe. Sondern als Interessenvertretung aller Jugendlichen – auch von denen im Norden und Nordosten der Gemeinde.
Um mehr Kinder und Jugendliche für eine Mitarbeit zu gewinnen, regten die Jugendlichen Flyer an, auch Plakate. Man suche die persönliche Ansprache und wolle mit Vereinen Kontakt aufnehmen. Ziel sei, als Sprachrohr von Jugendlichen wahrgenommen zu werden – und auch als Ansprechpartner (jugendparlament@ganderkesee.de).
Ob ihre Ideen aufgenommen werden, wollen die Jugendlichen bei einer Jugendversammlung am Montag, 2. November, ab 16.45 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses erfahren. Dann könnten sich gegebenenfalls auch Interessengruppen bilden zu Themen, die die Anwesenden interessieren.
Welche Themen das sein könnten, wurde am Wochenende offen gelassen – man wollte nicht vorgreifen. Offen blieb auch die Frage, ob das Parlament im Ausschuss für Jugend, Schulen und Sport vertreten sein möchte.
Die Zusammenkunft im Jugendhof (mit Übernachtung) habe „einen Motivationsschub gebracht“, sagte Solveig Backhaus in einem Fazit. Man habe sich besser kennen gelernt. Ohnehin sei wichtig, dass „Jugendpolitik nicht nur Arbeit ist, sondern auch Spaß“, ergänzte Philipp Glahe.
