GANDERKESEE - Drei große Themen standen bei der Bürgerversammlung der Ortsgruppe Ost im SPD-Ortsverein Ganderkesee zur Diskussion. Zu dem Abend hatte der erste Vorsitzende Frank Molde den Bundestagsabgeordneten Holger Ortel, den Landtagsabgeordneten Axel Brammer und Landrat Frank Eger als Gesprächspartner eingeladen.
Das heißeste Thema für die rund 60 Anwesenden war die B 212neu. Ortel sprach sich deutlich gegen die vom Straßenbauamt vorgelegte Südvariante mit der empfohlenen Entwicklungsachse aus, die zum Beispiel 55 Prozent mehr Verkehr für die Ganderkeseer Mühlenstraße bedeuten würde. Er lobte die Arbeit der Interessengemeinschaft B 212neu, die eine Verkehrsoptimierte Nordvariante (VoN) herausgearbeitet hatte. Die VoN, deren Vorteile Uwe Kroll, Sprecher der IGB 212neu, ausführlich bei der Versammlung vorstellte, würde für Bookholzberg/Ortsdurchfahrt 13 Prozent und für Delmenhorst/Stedinger Landstraße 22 Prozent mehr Verkehr bedeuten.
Auch über eine weitere Integrierte Gesamtschule (IGS) im Landkreis Oldenburg wurde diskutiert. Zu diesem Thema bezog Landrat Frank Eger Stellung. Neben der Standortfrage, bei der unter anderem Bookholzberg im Gespräch ist, verwies er auf die Situation in Wardenburg, Hatten und Großenkneten. Dort gab es für die kommenden fünften Klassen 186 Anmeldungen, aber nur 150 Plätze.
Bei 576 Grundschulabgängern sei diese Situation mit Ganderkesee und Hude vergleichbar. Dies solle näher analysiert werden. Danach müsse eine Elternbefragung durchgeführt werden. Eine IGS ist kein zusätzliches Angebot. Eine andere Schule wird dafür den Bach runtergehen, betonte Eger. Grundsätzlich begrüße er aber die Errichtung einer weiteren IGS.
Axel Brammer blieb beim Thema Kinder und berichtete über Kindertagesstätten. Wir brauchen mehr Betreuer auf weniger Kinder. Unseren Erzieherinnen wird zu viel zugemutet, so seine Aussage. Er verwies darauf, dass die Kindertagesstätten Bildungseinrichtungen seien. Kinder sind unsere Zukunft. Jeder Jahrgang bedeutet eine neue Chance, betonte Brammer. Die Kosten, die schon in frühen Jahren an Bildung gespart werden, würden spätestens dann wieder auftauchen, wenn die Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz dasäßen.
